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sie in den Kübel. Weiterhin schließt sich ein Körpermaẞ bekannter Konstruktion und eine Ständerwaage mit Spiegelskala an, sowie eine provisorische Annahme für das Handgepäck, das heißt für die Kleinigkeiten, die dem Transportler gelassen worden sind, wie Hosenträger, Bruchband, Hausschuhe und ähnliches. Diese Stücke geben sie nur solange ab, als sie unter der Brause mit warmem Wasser stehen.
Den Raum unter den Duschen nehmen eine Anzahl junger Dachauer ein, die damit beauftragt sind, die invaliden Ankömmlinge zu waschen und abzutrocknen, soweit sie dazu selbst außerstande sind. Der Zweckmäßigkeit halber und noch mehr des Ulkes wegen springen diese Burschen splitternackt umher und treiben Unfug. Eine Scham kennt ja das Lager in keinerlei Hinsicht.
Im Vorraum des Bades sitzen die Friseure, wie immer bei einlangenden Transporten, und halten ihre blitzenden Schneidemaschinen gezückt, um wieder alles ratzekahl abzusäbeln, was der Neue an Haaren am Körper hat. Noch weiter vom Bad entfernt liegt der große Saal des , Schubraumes', wo der Eintreffende seine mitgebrachte Lagertracht ablegt, zumeist jammervolles Lumpenzeug, das von den sauberen Dachauern mit Verächtlichkeit betrachtet wird.
Und dann trifft der Transport selbst ein, und zwar bei Regenwetter und Sturm, wie es der Jahreszeit entspricht. Vorab kommen vier bis fünf Lastautos mit den Marschunfähigen. Die Wagen fahren direkt auf den Appellplatz. Dort warten die Revierpfleger mit Tragbahren. Wer von den Transportlern wenigstens noch sitzen kann, wird auf den blanken Boden hingesetzt, gleichgültig, ob der Boden schon vor Nässe trieft oder nicht.... Wer nur noch liegen kann, kommt auf eine Tragbahre, verbleibt auch in Sturm und Regen noch stundenlang auf dem freien Platze liegen warum, ist unerfindlich! Fünfzig Prozent dieser Kategorie bedarf freilich keiner Hilfe mehr, sie sind schon bei Gott ... sie wirft man ohne alle Umstände im Bogen vom Wagen
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