-
371
-
Zahl von Hilfskräften erforderlich, zumal sich unter den Zugängen viele Fremdsprachige befanden- so recht ein Abbild des großen Sklavenmarktes, in den das Hakenkreuz die Staaten Europas verwandelt hatte.. brauchte Helfer, die perfekt Polnisch , Tschechisch, Kroatisch, Ungarisch und Französisch sprachen.
man
Der Revierschreiber Lill kam zu Bert. Und da dieser ihm ja zu Dank verpflichtet war gelegentlich seiner letzten Überstellung nach München , organisierte der Obercapo die jeweiligen Schreibkräfte bei den Transporten in gewissenhafter Weise und übernahm selbst dabei die Aufsicht.
Auf solche Weise lernte er aus unmittelbarer Anschauung das nicht zu beschreibende Elend kennen, dem die Zurückkommenden aus beliebigen Lagern verfallen waren. Die schrankenlose Barbarei, mit dem das Nazitum über Leben und Gesundheit solch armer Sklaven sich hinwegsetzte, ließ sich an diesen ankommenden Opfern erkennen... gewiß: zu allen Zeiten der Geschichte haben despotische Regime ihre Gegner mit grausamen Methoden niedergedrückt man denke nur an die ägyptische, babylonische und assyrische Gefangenschaft der Juden aber wohl kaum waren es jemals eigene Landsleute, dazu die Mehrzahl nicht im Entferntesten bewiesene Gegner der Machthaber, die man systematisch zugrunde richtete, sondern Kriegsgefangene, zum mindesten Volksfremde... und zu keiner Zeit heuchelten solche Tyrannen mit salbungsvollen Reden, wie sehr sie in ihrer sozialen Liebe für das Volk ihm früh und spät zu dienen bemüht wären.
-
Im großen Badesaal stehen an den Fenstern entlang breite Tische, welche 25 Hilfsschreiber Berts, ausgesuchte Sprachenkundige, einnehmen. Vor den Tischen geht Bert kontrollierend auf und ab. Zwei Meter vom letzten Tische entfernt steht ein Stuhl und neben ihm ein größerer Blechkübel. Hier sitzt der behäbige Reviercapo Heyden, unser Dickwanst, und schneidet jedem Hereinkommenden den Verband auf oder reißt kleinere Leukoplastfetzen mit fixem Ruck herunter und wirft
24*


