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präzis mußte der britische secret service' funktionieren, sagte sich Bert bewundernd, wenn ihm selbst aus einem so steril gehaltenen Gebiet, wie das KzLager doch sein sollte, jede Nachricht von Interesse zuging! Jedenfalls eine informatorische Leistung, die aller Achtung wert war.
KRANKEN- TRANSPORTE.
Das Kennzeichnende jedoch in diesem Spätherbste 1940 waren für Dachau die großen Transporte von Kranken und Invaliden, die im Lager eintrafen- und die Abgänge von Ersatzkräften, die den fremden Lagern zugesandt wurden. Sie boten Anlaß zu hoher Nervosität. bei Tibbu- Tipp und seinen Helfern. Offensichtlich hatte eine hohe SS.- Leitung in Berlin beschlossen, das mustergültig ausgebaute Lager Dachau für Rekonvaleszenten zu bestimmen, was soviel bedeuten sollte, als daß eben aus allen ähnlichen, Inseln der Qualen' rings im weiten Großdeutschland die Arbeitsunfähigen, Invaliden und Kranken, wenn sie noch einigermaßen transportfähig. waren, nach Dachau gebracht und hier gepflegt werden sollten... soweit, wohlverstanden, ein Gesundpflegen noch dem Können irgendeines Heilkünstlers auf Erden gelang.
Dem Zustrom dieses Materials an Kranken entsprechend, jeweils zwischen 500-1000 Mann, gingen dann von den Uneingeteilten Dachaus die gleiche Zahl nach jenen Bedarfslagern wieder ab, so daß ein ziemliches Kommen und Gehen entstand.
Für jeden der ankommenden Pfleglinge mußte neben der üblichen Personalaufnahme, der Einkleidung samt Baden noch ein Krankenblatt angelegt werden, welches die Vermerke über frühere Verletzungen oder Erkrankungen enthielt, neben dem gegenwärtigen Leiden. Diese so rasch wie möglich zu erledigende Arbeit- denn der nervöse Tibbu- Tipp wollte sie partout sofort bei Eingang der Leute bewältigt haben, machte eine ziemliche


