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dir den mächtigen Pfosten da an der Ecke, wo die Umzäunung den rechten Winkel bildet, gut an. Seine Hände und Füße müßte der Betreffende zur Vorsicht gut mit Guttapercha umwickeln und einfach die ungeladenen Drähte zwischen den geladenen sich aussuchen, um darauf zu treten und den Händen Halt zu geben... das ist nicht schwer zu erkennen, denn nur die geladenen Drähte laufen auf Isolatoren von Porzellan... so könnte er anstandslos aufsteigen, sich dann an dem freien Kopf des Holzpflockes festhalten und hochziehen, um sich hernach auf ihn zu knien breit genug ist er ja dazu und schließlich von dort auf die andere Seite herunterzuspringen... so hätte er den übelsten Teil seiner Aufgabe hinter sich!"
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Und als er Berts stummes Nicken sah, fuhr er stolz über seine Einfallsgabe fort: ,, Ich begreife eigentlich die Lagerleitung nicht, daß sie das nicht bemerkt! Bis es mal zu spät sein wird, und einer sich davonmacht
.. dann denk' an mich! Aber nun muß ich weiter, der Magen meldet sich bei mir... leb wohl!" Und mit gewichtigem Schritt strebte er den dampfenden Kesseln in seinem Blocke zu.
Welches Gift er mit seiner Entdeckung in das Herz des Zurückbleibenden eingeflößt hatte, ahnte er freilich nicht.
DAS LAUB FÄLLT.
Sein Versprechen an Freund Leo vergaß Bert aber trotz des üblen Vorkommnisses, das den angenehmen Vormittag abschloß, nicht. Schon am nächsten Tage besuchte er den Block der Mattenflechter. In der hinteren Stube einer leeren Baracke saßen die Flechter bis zu den Knien in neuem Stroh verborgen, wässerten das Zeug gehörig und plauderten leise miteinander. Der gut geformte Kopf des Professors aus Polen fiel Bert sogleich auf. Er setzte sich neben ihn, der mit allen anderen aus Respekt vor dem Obercapo sich erhoben hatte, und fragte ihn:


