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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
Entstehung
Seite
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Häftling aus Dachau zusammenzutreffen. Vor Bert stehen bleibend, sprach Schuhmacher weiter:

,, Ich will, sobald der Chef vom Urlaub zurück sein wird, mit ihm die Frage Ihrer Entlassung betreiben, dessen seien Sie versichert... und außerdem habe ich mir gedacht, daß Sie vielleicht gern Ihr Haus in Schwa­bing und Ihre Frau Schwester oder wer Ihnen sonst lieb ist, wiedersehen möchten, nicht wahr?"

Impulsiv sprang Bert von seinem Stuhl auf. ,, Herr Kommissar", rief er freudestrahlend ,,, wenn sich das ermöglichen ließe, vergesse ich sofort allen Groll über die gestrige Pein!"

Schuhmacher lächelte nachsichtig und griff nach dem Telephonbuch auf seinem Tisch. ,, Es liegt nämlich so, daß ich jetzt einen kleinen Wagen zur Verfügung habe und morgen Vormittag in der Nähe Ihres Hauses eine Ermittlung vornehmen müßte. Also könnte ich Sie bequem mitnehmen und vor Ihrer Tür absetzen... natürlich müssen Sie mir ehrenwörtlich versprechen, keine Schwierigkeiten zu machen, Sie verstehen mich!"

,, Mein Ehrenwort von Herzen gern!" rief Bert be­geistert aus. ,, Sie ahnen nicht, Herr Kommissar, was Sie mir damit antun würden!"

Schmunzelnd wählte der Beamte die betreffende Nummer in Schwabing. Lauschend vernahm Bert die Stimme seiner Schwester, die sich meldete, aus dem Mikrophon und ihren überraschten Ausruf, als sie hörte, welcher Besuch ihr bevorstand. Sogleich bat sie den Kommissar ebenfalls zu Tisch, eine Einladung, die er mit Anstand akzeptierte.

Der Hörer kam auf die Gabel zurück.. ,, So, Herr Oberst", schloß Schuhmacher ihre Begegnung. ,, Nun lassen wir vorderhand die Arbeit ruhen, bis Sie wieder hergestellt sind, und lassen Sie sich gleich jetzt zur Behandlung in die Krankenanstalt führen, wo Sie letzt­hin schon waren, damit Sie wenigstens einigermaßen aufgebügelt zu Haus erscheinen ich lasse Sie hinüber­führen!"

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