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Im gleichen Augenblick fuhr ein rasender Schmerz aus den sich ausrenkenden Armgelenken und den gepreßten Handgelenken durch Berts Körper, so daß er nur mit alleräußerster Mühe verhindern konnte, nicht aufzuschreien, ja sogar zu brüllen wie ein angeschossenes
Tier.
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Gleich einem feurigen Lavastrome tobte die Qual die Arme hinauf und durch die Nervenbahnen weitergeleitet den gesamten Leib hindurch. Der Körper, der anfänglich zweimal einen rechten Winkel dabei bildete, nämlich in der Hüfte nach vorn gebeugt und in den Armen rückwärts nach oben, streckte sich infolge seines eigenen Gewichtes, verzerrte die Bänder und Sehnen, bis die Oberarmknochen aus dem Schultergelenk herausgedrückt wurden und blutentleert nur noch wie abgetrennte Glieder dem Rumpfe zugehörten. Die Schmerzen steigerten sich von Minute zu Minute ... nein, wahrhaftig, es war nicht möglich, stumm zu bleiben wenigstens ein leises Stöhnen schaffte ihm etwas Linderung. Das Stöhnen ging in ein stoẞweises Röcheln über. Er fühlte, wie seine Augen aus den Höhlen quollen, fühlte die Zunge anschwellen und den krampfhaften Andrang des Blutes zum Kopfe, so daß sich ihm der Rachen verschloẞ.
Der Schweiß rieselte ihm aus jeder Pore des Körpers. In den Ohren war ein Summen und Brausen, als wäre ein ganzes Geschwader von Flugzeugen in der Luft.... Nur undeutlich und wie entfernt hörte er die Schreie der anderen, darunter eines Gequälten, der in markerschütterndem Jammer um Hilfe bat: ,, Ich halt's nicht aus, laßt mich los, laẞt mich los ich halt's unmöglich länger aus!"
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Da sprang der brutale Scharführer mit der Peitsche auf ihn zu und schlug sie ihm mehrmals über den Kopf. ,, So, du Hund hier! Und hier und hier! Hast du nun genug, du erbärmlicher Wicht?" brüllte er ihn an. Nun schwieg der Mißhandelte wirklich und zwar bis zum Schluß der Exekution. Er war durch die furchtbaren Hiebe ohnmächtig geworden.


