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standen?!" brüllte er los. Und als nach einer Pause von wenigen Augenblicken die Schreie wieder losbrachen, da holte er mit der schweren Peitsche aus und schlug sie rücksichtslos dem am nächsten Hängenden über Kopf und Gesicht... es war gerade der am lautesten Jammernde, und der Erfolg der Mißhandlung war natürlich nur ein desto grelleres Aufheulen des Getroffenen und ebenso beim nächsten, wie beim dritten und vierten, dem die wuchtige Peitsche über Kopf und Genick ging. In seinem Inneren wünschte sich Bert, daß es dem menschlichen Gefühl gegeben wäre, sich zu Zeiten gänzlich zu verflüchtigen, sich auszuschalten aus dem Körper und dem Leid, das diesem angetan wird- oder wenigstens, daß es Zeitraffer auch für das reale Erleben geben möge wie für die Filmtechnik. Denn wie unendlich lang doch eine solche Stunde wurde... endlich, endlich gab der erste Scharführer das Zeichen zur Beendigung der Quälerei....
Der alte Bernhardt und sein Gehilfe gingen mit der Trittleiter von Pfahl zu Pfahl und banden die Gekreuzigten los... doch die wenigsten von ihnen konnten die drei Stufen allein hinabsteigen. Die meisten mußte der barmherzige Bibelforscher um den Leib nehmen und am Fußboden gegen die Bunkerwand lehnen; so restlos ausgepumpt, verletzt und erledigt war in ihnen alles, was lebendig war. Die Arme konnte keiner bewegen, geschweige dazu benutzen, die festgezerrte Kette samt dem Wollfetzen von den Gelenken herunterzubringen. Bernhardt besorgte das unter mürrischem Gebrumm und winkte dabei schon die kommenden Opfer heran.. weiter im Text, die nächsten Herren nur bitte recht freundlich! Bei Bert flocht er natürlich den hämischen Zusatz ein:
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,, Aha, der Herr Oberst müssen besonders gut bedient werden, er kann das verlangen also ein gutes Stück höher hinauf als die anderen... bitte sehr, viel Vergnügen, Herr Oberst!".
Damit zog er ihm das Trittbrett weg und ließ Bert baumeln, ungefähr dreiviertel Meter über dem Erdboden....


