Schweiß in dichten Perlen aus den Poren brach. Kreide- bleich, mit wild verzerrten Zügen, starrte der Jugend- liche vor sich hin und wimmerte wie ein verendender Hund... bis Bert auf einmal die Worte heraushörte, die an ihn gerichtet waren:
‚So hilf mir doch, Capo, so hilf doch... ich bitte dich... ich bitt’ dich so sehr— ach, um Gottes Willen!“ Es war über alle Maßen erschütternd: dem armen Menschen hatte die Qual bereits die Sinne verwirrt— und das schon nach den ersten zehn Minuten... volle sechzig Minuten mußten die Unglücklichen hängen— man stelle sich das vor!
Jetzt, gegen Ende der ersten Viertelstunde, erreichte das Schreien und Jammern seinen Höhepunkt. Es ließ den Zuhörern das Blut in den Adern erstarren. Die kommende Partie, die eine ganze Stunde diese Tortur anhören mußte, bevor sie selbst in gleicher Weise ans . Kreuz gebunden wurde, dies Trüppchen neben Bert duckte sich immer dichter unter das vorspringende Dach des Bunkers; sie sanken förmlich in sich zusammen und verloren wohl vor Verzagtheit einen halben Fuß ihrer normalen Größe.
Der erste Scharführer hatte für das entsetzliche Schreien Verständnis. Er ließ dem einen, der unab- lässig schrie: ‚‚O Herrgott, nur einen Schluck Wasser, nur einen einzigen Schluck, um Barmherzigkeit!“ wirk- lich durch den Bibelforscher, der ihn darum befragte, ein Glas kühlen Wassers bringen, trinken und den Rest zur Abkühlung über den Kopf gießen. Einen anderen beruhigte er, indem er in ablenkender Weise mit ihm’
sprach.=
Ganz anders aber sein rüder Kollege, der sich bisher nur mit den Tieren beschäftigt hatte und der Hunde- meute kleine Kiesel hinwarf, gänzlich gefühllos für das Schreien. Nun ging ihm plötzlich der menschliche Jammer gegen den Strich. Er ließ von den Kötern ab und packte die Karbatsche fester, als er an die Pfähle mit ihrer lebendigen Fracht herantrat.
„Haltet euer Maul allesamt—— Maul gehalten, ver-


