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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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dem ebenfalls gelblichen Licht der elektrischen Lampe im Zimmer, bei dem vor Tagesanbruch stets der Morgen­trank eingenommen wurde, waren diese kleinen Fleck­chen auf der Außenseite absolut nicht zu erkennen, so daß der Häftling seinen sonst funkelnden Becher seelen­ruhig in den Spind zurückstellte in der Annahme, daß seine Sachen, tadellos in Schuß wären, wie man sich ausdrückte.

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Bei Tageslicht freilich, um neun Uhr, wenn der Scharführer zur Besichtigung kam, ließen sich die ein­getrockneten Spritzer wahrnehmen. Mochte Berts Becher und sein ganzes Spind sonst blitzsauber sein, es genügte für Kastner, eine seiner beliebten Meldungen an die Lagerleitung zu schreiben. Nichts war dagegen zu machen.

Bert traf die Mitteilung im höchsten Grade störend. Doch nahm er fest an, daß wegen eines solch gering­fügigen Versehens ihn keine Strafe treffen werde, zumal Tibbu- Tipp darauf hielt, daß den bewährten Capos nicht die Autorität geschmälert werde. Für gewöhnlich zog sich bei der Fülle der Meldungen die Bearbeitung vier Wochen hin. Bis dahin würde der Lagerleiter wieder zurück sein.

Aber ein hämisches Schicksal wollte es anders. Schon eine Woche darauf rief ihn der Blockschreiber zur Ver­nehmung auf. Bert mußte mit etwa sechzig Leuten zusammen am Haupttor Aufstellung nehmen. Jeder, der durch diesen, Schlund' des Lagers hindurchging, sah auf den Haufen Strafkandidaten, besonders auf ihn mit der gelben Binde, voll Schadenfreude. Bis die erste Gruppe von fünf Leuten in das Arbeitszimmer des 2. Lagerleiters geführt wurden, kam die zehnte Stunde heran. Endlich gelangte er an die Reihe. Der Lager­elefant nahm das vor, was man, Vernehmung nannte, eine im Grunde lächerliche Farce.

Ein lauerndes Lächeln spielte um Hoffmanns Mund mit den dicken Wulstlippen. Es war etwas Raubtier­haftes, Beutespähendes im Ausdruck seiner schwam­migen Biersäufermiene. ,, Ei, seht an", höhnte er ,,, auch