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hier in der Nähe geschickt, um einen Ersatzschalter aus dem Elektrodepot zu holen— das hat er auch ge- schluckt! Nun, ich hätte ihm auch nicht geraten, daran zu zweifeln, ich stehe ja in der Rangordnung weit über ihm... aber ich hatte die ständige Sorge, daß du etwa im nächsten Augenblicke auftauchen und ahnungslos meinen Schwindel verpatzen würdest....“
Bert lachte heiter. ‚‚Da konntest du ohne Sorge sein, denn mein Frauchen ließ mich nicht so bald los! Im Gegenteil, sie hatte große Lust, mit mir frischauf davon zu fahren... als ob das so leicht ginge!“
„Nur etwas Geduld, mein Lieber, wir machen es lieber korrekt! Auch diese Frage habe ich schon ven- tiliert; denn ich fand einfach keine Muße mehr zur Arbeit, bevor ich meinem Unmut nicht Luft gemacht
habe... und bei meinen Beziehungen zum ‚Braunen Haus‘ darf ich mir das schon gestatten....“ „Nun— und...?“ forschte Bert voll Spannung.
„Es scheint auf guten Boden gefallen zu sein. Hess,
der ja allen Extremen gern aus dem Wege geht, will‘
sich selber mit deiner Sache befassen, nur war dein Referent dienstlich verreist, also——“
Als er einen Hoffnungsschimmer in Berts schmalem Gesicht aufleuchten sah, schloß er mit den Worten, die ein kräftiger Klaps auf des Freundes Schulter begleitete:
„Bleibe ruhig, alter Weggefährte, überstürzen wir nichts! Du weißt ja selbst: Eile mit Weile— oder es fühlt wie du den Schmerz, gelt ja.... Und nun gott- befohlen, ich muß weiter— bald sehen wir uns wieder!“
Der langen Regenperiode folgten Tage von ausge- sprochen hochsommerlichem Charakter. Da war es denn ein Genuß, sich hinten bei der Gärtnerei ins weiche Gras zu legen und so die freien Stunden zu verbringen. Das
reißende Bergwasser schoß am Lagerrand entlang und.
verbreitete eine wohltuende Kühle. Am jenseitigen Ufer
©
ER


