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mando und stand inmitten der Waldlichtung. Zum Glück aber hielt der Baumeister an seiner Seite.
In seiner Besorgnis drückte Bert die Hand Irinas heftig und deutete mit dem Kinn nach vorn. ‚Da sieh hin— das ist er, mein Lagerleiter, der dort neben Toni steht! Eben hast du noch mein Pech beschworen— da naht es schon! Wenn er mich hier bei dir entdeckt oder auch nur mein Fehlen konstatiert, ist die Katastrophe fertigen.
Er fühlte, wie sie zitterte und sich an ihn drängte. „Ach, bleib’ sitzen und fahr’ mit mir zurück, Bertie— ich kann mir gar nicht ausdenken, daß du wieder solch einem Untier ausgeliefert sein sollst!“
Er schloß sie noch einmal heiß in seine Arme und gestand: ‚Ohnehin wird niemand"bisher das gewagt haben, was ich hier tue, seit Dachau besteht. Aber niemand, mein Lieb, wird auch so belohnt worden sein für das Risiko als ich....“
Bald darauf sah er Toni Seidl auf dem Fahrweg daherkommen. Demzufolge mußte die Gefahr wohl vorüber sein. Bert stieg aus und küßte Irina inbrünstig die Hände, während beiden die Tränen über die Wangen rollten. Dann eilte er dem heftig gestikulierenden Freunde entgegen und schloß ihn voll wärmsten Dankes in die Arme, ganz so, als wäre er ihm irgendwo als Privatmensch begegnet.
„Toni, Toni‘, stammelte er. Die innere Bewegung würgte ihm in der Kehle. ‚Das sei dir nie und nimmer vergessen, was du für mich getan hast!“
„Aber, alter Junge, reden wir doch kein Wort dar- über, ich bin viel weniger schuld daran als dieses kleine, resolute Frauchen da drinnen—— na, Hauptsache, ihr habt euch gut verstanden inzwischen... in der gleichen Zeit, als ich— haha!—“ lachte er amüsiert, ‚‚deinen hochverehrlichen Herrn Lagerleiter beschäftigen mußte.“
„Was gab’s denn mit ihm?‘ fragte Bert flüchtig.
„Na, er kam eben inspizieren und fragte natürlich auch nach dir; doch verfiel ich rasch auf die Ausrede, ich hätte dich nach dem Kommando ‚Garagenbau‘“


