= 267= PLANTAGE UND HIMMELFAHRT.
Mit seinem alten Freundeskreise kam Bert in diesen Tagen relativ wenig zusammen, ausgenommen den treuen Ogertschnigg, den Analphabeten aus Kärnten , der sich wie früher mit allen möglichen Dienstleistungen seiner pfleglich annahm. Die meisten übrigen beschäf- tigte noch zu sehr das Hineinwachsen in ihren Arbeits- kreis, in dem sie zu begünstigten Kommandos aufgerückt waren. Dafür schloß sich ein anderer Wiener , früherer Korrespondent böhmischer Zeitungen, namens Charly Zrounek während ihrer freien Stunden stark an ihn an. Er war von zarter, beinahe durchscheinender Körper- lichkeit, dabei ein Kopf mit klarem, resoluten Urteil.
Und ihre Tischnachbarn: Major Täubler aus Steyr und Baron von Dahmen aus Gastein drängten Bert ständig, sich die Stätte ihrer Tätigkeit anzusehen: die große Plantage, ebenfalls eine Spezialität des Dachauer Lagers und besonderes Steckenpferd Heinrich Himmlers . .... Nachdem sich Bert in seiner eignen Arbeit schon so
‘“ ziemlich eingelebt hatte, ließ er sich an einem freien
Samstag Nachmittag, als die Capos der Plantage noch Ersatzkräfte brauchten, mit zum Ausmarsch dorthin zuteilen.
Es handelte sich um ein gewaltiges Gelände, von den Häftlingen in jahrelanger Arbeit entwässert und vom Torf. befreit, das nunmehr zur Kultur von Gewürz- pflanzen und bestimmten Kreuzungen von anderen Nutz- pflanzen verwendet wurde. Da die Plantage in keiner Weise eingezäunt war, also für Fluchtversuche die beste Gelegenheit bieten konnte, rückte stets eine Viertel- stunde vor dem großen Kommando von rund I500 Häft- lingen die. Bewachungsmannschaft aus, um den Um- kreis des Geländes zu umstellen, bewaffnet in besonders scharfer Weise mit Maschinenpistolen, während der leitende Oberscharführer einen großen Feldstecher trug.
Auf dem Gelände befanden sich auch zwei ge- schmackvoll gebaute Dörrhäuser im Stile alter Bauern- häuser mit steilem, hohem Dach, neben sechs bis sieben


