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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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Kaum aber war die zufallende Glastür wieder ge­schlossen, als er seinen Rock überzog und zischelte: ,, Jetzt raus, Mann raus, sie warten doch draußen auf dich, die Braut und die Schwiegermutter los, es handelt sich ja um Sekunden!"

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Ein kurzer Dank noch an Heyden mit einem Klaps auf dessen feiste Schulter, dann war der gewandte Capo wie ein Aal herausgeschlüpft und überflog draußen flugs die Umgebung ob die Luft auch rein sei. Ein kurzer Wink mit dem Kopfe zu den beiden Frauen herüber deutete ihnen an, daß noch alles in Ordnung sei und er Wache halten wolle.

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Nun ging Bert, seiner Befangenheit Herr geworden, rasch auf Iřina zu, bezaubert von ihrem Anblick.... Lächelnd suchte sie in seinen Augen zu lesen, bot ihm in Eile ihren Mund, auf den er seine Lippen preẞte, während er ihre Arme umklammerte und stammelte: ,, Dank, Dank, Geliebte, bleibe mir gesund und grüße die Schwester von ganzem Herzen.. ja, es geht mir viel besser, sei beruhigt-- und lebe wohl, leb' wohl und komme gut heim, mein Einziges!"

,, Schluß jetzt!" raunte der Capo hinter ihm auf dem Ausguck. Die Gefährlichkeit der Situation an einer so exponierten Stelle war derart groß und ersichtlich, daß beide Liebenden trotz ihrer Sehnsucht, sich noch um­schlungen zu halten, sofort zurücktraten und nur noch einen flüchtigen Händedruck tauschten. Einige Se­kunden hernach verschwanden schon die beiden Frauen hinter einigen Baracken am Ausgang des Lagers.

Aus war der Traum. Aus und vorbei.... Das ging so eilig vonstatten, daß Max den noch in dumpfer Un­bewegtheit Verharrenden fast mit Gewalt mit sich führen mußte.... ,, Sei doch verständig, Menschens­kind, vergiẞ nicht, wo du bist, zum Henker!" murrte er nun im Gehen. Wir kämen doch beide böse in Teufels Küche, wenn uns ein SS. ler erwischt!"

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Er hatte gut reden. Bert war noch taub und blind für seine Umgebung. Am Schalter des Gerätelagers er­wartete sie schon der Capo mit den umgewechselten