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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
Entstehung
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sträubte sich dagegen

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zur Vergeltung hat der Kerl eine Meldung gegen ihn wegen irgendeiner Lächerlich­keit geschrieben... und das verschaffte dem armen Kerl, 25 über'n Arsch' nebst den obligaten drei Tagen Dunkelarrest, dazu ohne Kost- na, das hat dem Jungen, der dafür ja noch viel zu zart war, genügt. Er hat durch die Schläge eine Nierenentzündung bekommen, durfte trotzdem lange Zeit nicht ins Revier, weil der Lagerleiter an sein Fieber und seine Schmerzen nicht glaubte und das Resultat siehst du nun hier... jedes weitere Wort erübrigt sich! Das ist die Jugendfürsorge der Nazis, nicht wahr?!"

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Mit dem letzten Worte seiner Erzählung drehte er den Toten um und zeigte Bert dessen Kehrseite. Das Gesäß zeigte noch immer eine blaugrüne Hautfarbe und fingerdicke Narben. Aber an beiden Seiten der Hüfte, wo die Nierenpartien sitzen, befanden sich dicke Polster rotschwarz verkrusteten Blutgerinnsels in Handteller­größe es schauderte Bert vor dem verwüsteten Körper eines bislang blühenden Menschenlebens, Aus einem Tropfen Fäulnis bist du gezeugt und dein Ziel ist Moder', verkündet die Heilige Schrift mit Recht--­,, Das kommt von den grausamen Ochsenziemern, mit denen hier erbarmungslos geschlagen wird... und dann daher, daß 25 Hiebe eigentlich 50 bedeuten, regulär 25 Doppelhiebe von irrsinnigster Wucht na, du kennst das ja von Flossenbürg her! Aber hier hörst du eben schon beim zweiten Schlage die Engel im Himmel pfeifen, und vom fünften Schlage an werden die meisten schon ohnmächtig, zu ihrem Glück... also komm, pack' ihn mit an!"

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Auch dieser junge Leidensgefährte wurde verstaut, bekam seine Nummer mit Kreide auf den Sarg gemalt. Und noch ein Dritter gleich ihm, bis in der Tür der Revierpfleger wieder mit dem Rollwagen, samt einem Kollegen, zum helfen erschien.

Jetzt war für Max der Augenblick zum Handeln gekommen. Gute zehn Minuten mochten seit ihrem Eintritt in die Kammer verflossen sein. Insgesamt