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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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dort warteten auch diejenigen Parteien aus dem Pu­blikum, die von dem Ableben ihres Angehörigen durch die Lagerleitung verständigt worden waren, um seiner Überführung ins Krematorium beizuwohnen, eventuell auch eine besondere Urne für die Asche bereitstellen wollten, statt der gegen Bezahlung gestellten Normal­urne. Da es aber stets ungewiß war, wann ein ver­storbener Häftling zur Verbrennung kam, mußten dessen Angehörige sich jeweils selbst im Lager über den Zeit­punkt der Überführung informieren. Dies geschah auf die Weise, daß man sie in die Totenkammer eintreten ließ, wo Name und Nummer der Überführten verlesen wurden. War ihr Angehöriger heute noch nicht dabei, so mußten sie wiederkommen. Da die Totenkammer gänzlich an der Peripherie des Lagers gelegen war, sahen diese Besucher vom eigentlichen Betrieb im Kz ohnehin nichts. Ebensowenig bekamen sie jemals den Toten zu sehen, mußten sogar Gott danken, daß es ihnen versagt blieb zu erkennen, welche Behandlung ihrem Verstor­benen zuteil geworden war. Denn bar jeder Ehrfurcht vor dem Tode sah das Lager in den Leichen der Häftlinge nur noch einen lästigen Ballast, dessen man sich unter mög­lichst geringem Aufwande entledigte, um gerade noch den hygienischen Vorschriften zu genügen. Sonst hätte man sie ebenso gleichgültig auf einen Berg übereinander gehäuft.

Heyden machte sofort, als er Bert in der Begleitung des Freundes erblickte, seinem Unwillen Luft, indem er sich aufrichtete und durch die fette Nase schnaubend sagte: ,, Was soll denn der da, hm?"

,, Sei still," wisperte Schnell- Max und winkte ihm aufmunternd zu. ,, Wir kommen dir nur helfen, solang' du allein bist. Und ohne eine Antwort abzu­warten, zog er den Rock aus, dessen gelbe Armbinde ihn als Capo verraten hätte, so daß ein Scharführer sofort gewußt hätte, er habe hier nichts zu suchen... und sogleich faßte er den nächsten Sarg an, gab Bert ein dann legten beide den Zeichen, ihm zu helfen dünnen, schwarzen Kasten flach auf den Boden, er­