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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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um Bert zu bestrafen und zugleich für dessen Da­zwischentreten Rache zu nehmen, versetzte er dem gegen die Holzwand Zurückweichenden solange einen wahren Hagel von Faustschlägen ins Gesicht, bis der gebrechliche Mann zu Boden sank. Sofort riß er ihn wieder hoch, stellte ihn von neuem an die verlassene Schubkarre und hieß ihn weiterrollen.

Ein paar Schritte ging es, dann waren die Kräfte des Armen zu Ende. Der biegsame Knüppel, den der Capo aufgegriffen hatte, sauste aber unbarmherzig auf Genick, Kopf und Ohren des Alten nieder, bis dieser unter Weh­klagen noch einmal mit dem allerletzten Rest seiner Kräfte es versuchte, die schwere Karre vorwärts zu bringen, bald aber einen Blutsturz bekam und mit dem verzerrten Gesicht vornüber auf den Karren sank. Ein dunkelroter Quell rann aus seinem Munde, der nur noch ein leises Wimmern hören ließ.

دو

Alles, was noch eine Spur von Herz im Leibe hatte, wandte der widerlichen Szene ostentativ den Rücken. Diese deutliche Verachtung seines Treibens bemerkend, stachelte Max erst recht zu seiner bösen Lust auf. , Willst du aufstehen, du verschimmelter Dreckjude, du modriger Talmudist, was!?" brüllte er den Unbeweg­lichen an, ihn mit Fußtritten bearbeitend. ,, Ich will dich lehren, die Arbeit zu schwänzen und einzuschlafen heut ist kein Sabbat, wie du vielleicht gedacht hast, du Rassenschänder, du erbärmlicher... willst du viel­leicht jetzt aufstehen, wenn dir deine Wackelzähne noch lieb sind?"

Und als er schließlich selbst nicht mehr sprechen konnte vor Atemlosigkeit, so hatte er sich an dem Reg­losen ausgetobt, winkte er einer Gruppe von, Grünen', die als Einzige dem Schauspiel wollüstig zugesehen hatten.... ,, Hierher, ihr Mistbienen, anpacken den Kerl und in die Wassertonne mit ihm! Das Blut ab­waschen und untertauchen, aber gründlich!"

Bereitwillig grinsend sprangen die herzlosen Gesellen auf den Alten zu, nahmen ihn auf, das blutüberströmte Gesicht nach unten, und schleppten ihn zu der großen,