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beide Häftlinge die wohlbekannte Stimme des Capos brüllend über den weiten Bauplatz hallen, heiser wie die eines angeschossenen Wolfs.
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,, Da hast du es schon", stieß Hafner hervor und stampfte mit dem Fuße auf. ,, Kaum habe ich davon gesprochen lupus in fabula!" Er verabschiedete sich eilig. ,, Nun kann wieder mal ein Theater losgehen, paẞ auf addio, ich muß nun zu meinen Leuten, treibe auch du deine Kolonne fest an..."
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Dankend trennte sich Bert von dem Davoneilenden und ging stracks auf die Mischmaschine zu, vor der seine Isolierten eine rastende Gruppe bildeten, die schweren Schubkarren vor sich auf den Boden gestellt. Von dem Traktor verdeckt, hörte er nur den Capo brüllen, ohne ihn zu sehen. Nun schrie Bert seinerseits die Leute an, um das fließende Band der Arbeit wieder in Gang zu bringen.
Da sah er jemanden am Boden liegen. Es war sein Freund, der wackere Bibelforscher. Max stand wie ein Rasender über ihn gebückt, um den Wehrlosen immer wieder an der Brust emporzureißen und auf den Boden zu werfen, ihn zugleich mit den Füßen bearbeitend. Es war ein Bild von so entfesselter Roheit, daß sich Bert im Moment nicht erst fragte, was den Wutanfall des Capos erweckt haben konnte und ob es ratsam sei, sich hier einzumischen, was natürlich keiner der Umherstehenden gewagt hätte. Sondern er ließ sich, genau wie schon als Kind auf der Fahrstraße, wenn er irgendeinen Kutscher sein Pferd mißhandeln sah, einfach dazu hinreißen, dazwischenzutreten und mit einem kurzen: ,, Erlaube- es ist reichlich genug!" zu SchnellMax den blutenden, vor inneren Schmerzen sich windenden Baumgarten wegführen.
Sein brüskes Einspringen hatte im Augenblick den Capo verblüfft einhalten lassen und dessen Wut abgekühlt. Noch bevor er aber zu einer neuen Schimpfkanonade ausholen konnte, sah ihn Bert so scharf und feindselig an, sein altbewährtes Mittel, daß sich der Mund des Gegners instinktiv schloß, aber dafür ein


