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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
Entstehung
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Flasche durch die Kontrolle am Tor bringen, wenn er ins innere Lager zurückkehrt?"

So

,, Sehr einfach! Heyden selbst kann es nicht tun, denn in seine Taschen kann er sie nicht stecken. übergibt er sie Schnell- Maxen, der sie erst in unserem Geräteschuppen in einer Kiste versteckt und diese auf den Moorexpreß legt, noch bevor dessen Ladefläche mit Humus angefüllt ist. Alsdann liegt sie, gut mit Erde überdeckt, auf dem Boden des Wagens und kann so an­standslos die Sperre passieren...." Voll Eifer fuhr er fort: ,, Aber nicht nur das Eine, kannst du mir glauben, wandert diesen Weg ins Lager hinein, sondern so manche Schweinshaxe aus dem Kasino, viel frisch ver­arbeitete Wurst oder gutes Gebäck von der SS.- Küche, von den Brotlaiben aus der Bäckerei ganz zu schwei­gen"

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,, Ja, ja", lachte er amüsiert, als er Berts ungläu­biges Kopfschütteln sah. ,, Wie überall im Leben ist auch das Lager streng eingeteilt in eine Oberschicht, die kaum etwas anderes als die Freiheit entbehrt, selbst das nervenerregende Abenteuer nicht, obwohl sie zum Schein die Stütze der Obrigkeit sein sollte und dann in eine Mittelschicht, wie wir beide, die es zur Not noch aushalten kann; dann aber in eine große Unterschicht, der es so dreckig nach jeder Richtung ergeht, wie es sich ein freier Mensch einfach nicht aus­denken kann und die zu aller Mühe und Plage noch den Hunger und die Prügel zu kosten bekommt aber das scheint ja fast ein Urgesetz der menschlichen Ge­meinsamkeit zu sein, das sich seit Jahrtausenden immer wieder überall durchsetzt!"

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Bert schwieg noch immer, weshalb der Professor seine Aufklärung mit dem Stoßseufzer schloß: ,, Meinet­wegen soll der Capo organisieren', so viel er will, mich geht's offiziell nichts an, wenn er nur nicht schon an Ort und Stelle der Flasche zu Leibe ginge und dann eben_"

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Er unterbrach sich und sah scharf auf die große Mischmaschine hinüber. Und fast zu gleicher Zeit hörten