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bald dauernd kommen wird, muß man im Freien sein, draußen im Grünen. ich mache dir den Vorschlag: komme zu mir als Hilfscapo. Ich habe wieder. mehr als dreihundert Mann unter mir, dazu die ganze Strafkompanie und die Juden, neben vielen Spezialarbeitern."
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,, Also soll ich quasi bei dir in die Lehre gehen?" faßte Bert lächelnd des Capos Propos zusammen.
,, Meinetwegen nenn' es so!" betonte dieser selbstbewußt. ,, Dein Schaden wird es keinesfalls sein- schau: wir bauen jetzt das neue Unterführerheim im Außenlager. Da hast du einen schönen Hain mit Flieder, hohen Bäumen, Wiesen, mit lebhaftem Kommen und Gehen auf der Arbeitsstätte. Da siehst und erlebst du wenigstens was, der Tag verfliegt einem förmlich- und du übst dich im Anleiten der Leute, wobei ich dich zudem immer bei irgendwelchen Fehlern decken kann. Denn ich darf mir wirklich viel erlauben dort... und verstehen werden wir uns ja doch wieder so gut wie damals in Flossenbürg, nicht wahr?"
Sein leichtes Augenzwinkern war nicht miẞzuverstehen. Und da für Bert das ganze Programm, das Schnell- Max ihm in raschen Zügen entwarf, recht verlockend war, leidenschaftlicher Naturfreund, wie er stets gewesen, so gab er dem geriebenen Fuchs gutwillig die Hand und sagte ihm zu, nicht ohne ihm zu versichern, daß seine Rauchersorgen von nun an wieder die eigenen seien was Schnell- Max mit befriedigtem Kopfnicken quittierte. Eine Absage konnte Bert ihm ohnehin nicht gut erteilen, dazu war das Interesse des Einflußreichen ein zu zweischneidiges Schwert.
Volle acht Tage vergönnte die Protektion des Capos Bert behagliche Bettruhe mit vollgültiger Pflege, während sonst Kranke, die dem dicken Heyden nicht paßten, schon am dritten Tage an die frische Luft gesetzt wurden, ohne jede Rücksicht oder Befragen des Arztes er regierte im Revier und niemand anders. Und beim darauffolgenden Morgenappell, einem Tag am Ende des April 1940, meldete sich Robert Jordan beim
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