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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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Capo des Unterführerheims zum Arbeitsbeginn. Räm- mele war einverstanden. So begann wieder ein neuer Abschnitt im Lagerleben mit seinen Besonderheiten.

UNTERFÜHRERHEIM.

In einer Beziehung hatte Schnell-Max recht: sein Kommando war wirklich etwas völlig anderes als die Strumpfstopferei, die ja im Grunde nicht viel mehr als bequeme Zeitausfüllung war. Hier auf den Baustellen sah man doch, daß etwas Gründliches geschaffen wurde. Man wurde vor Probleme gestellt, die nicht einfach lagen und die es doch in aller Eile zu lösen galt. Da gab es Leute zu lenken, die von äußerstem Wider- streben waren und jedes Versehen des Capos oder jede Nachsicht skrupellos für sich ausschlachteten, eine trübe Hefe der Menschheit aus Norddeutschland, woher die meisten waren und zu allemhin: man war im Grünen, in der blühenden Natur, in der Lenzsonne, die an Kraft und Ausdauer täglich gewann. Als er am frühen Morgen zu Schnell-Max stieß, staunte er zunächst über die Menschenmasse, die zu dessen Kommando eilte, darunter Einarmige und Humpelnde. Es mochten an die vierhundert Mann sein.

Du triffst es gerade gut! klärte ihn der Capo auf. Gestern hat Tibbu-Tipp die verschiedenen Kommandos für Drückeberger revidiert und alles herausgeworfen, was ihm nicht paßte. Jetzt strömt das Pack zu mir, um es bei mir immer noch besser als beim Garagenbau oder der Kiesgrube zu haben aber sie werden sich täuschen, diese Troglodyten! schloß er grimmig und fuhr im nächsten Augenblick schon wie ein Habicht unter die Reihen der Neuhinzugekommenen, die sich nicht gleich in exakter Ordnung aufstellten. Dann winkte er Bert zu sich und machte ihn mit einem anderen ‚Roten bekannt.

Das ist Professor Hafner aus Wiesbaden und hier Oberst Jordan aus München . Ihr seid beide bei mir