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mußten; einmal gebieterisch und dann wieder schleichend behutsam, verstand er meisterhaft.
Einmal hatte Berts SS.- Blockführer die Aufsicht auf dem Ölberg. Er sprach den Oberst freundlich an, denn dieser hatte ihm einmal eine Übersetzung aus dem Englischen geliefert. Anschließend hieran informierte er auch den Capo, wen er neu zu seinem Kommando bekommen habe. Es dauerte nicht lange, bis SchnellMax sich Bert kommen ließ und ihn nach Dienstgrad, Haftgrund und vielem anderen ausfragte, schließlich auch von sich selbst erzählte und einfließen ließ, daß er zwar leidenschaftlicher Raucher sei, aber mit seinen Angehörigen leider völlig überworfen wäre und daher kein Geld geschickt erhalte. Das letztere, seinen Geldmangel, betonte er so deutlich, daß Bert ihn gleich darauf bat, ein Paket guten Tabak nebst Zubehör von ihm anzunehmen.
,, Gut", lautete Schnells zufriedene Antwort ,,, gib es mir also bei der nächsten Arbeit, aber nur dann, wenn es niemand sieht, selbstredend und leg' noch ein Päckchen Schnupftabak dazu, verstanden?!"
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,, In Ordnung", nickte Bert, froh, mit einer solch kleinen Bestechung sich den Capo gefügig zu machen. Die Übergabe des Tabakes klappte und seine wohltätige Wirkung spürte Bert schon am gleichen Tage: wo eine leichte Arbeit zu leisten war, schickte SchnellMax ihn hin und auf Berts Wunsch auch Stillfried dazu. Kam der Capo zum Inspizieren des Schaffens irgendwo lautlos herbei, so bekamen die anderen ihren ortsüblichen Anpfiff, ohne den es im Lager nun mal nicht abging, die beiden Kameraden dagegen wurden übersehen. Ebensowenig brauchten sie je in Sorge zu sein, einen zu großen Stein tragen zu müssen, sondern konnten sich passendere aussuchen....
Freilich wurde aus dem einen Päckchen mehrere und schließlich eine laufende Lieferung mit festen Terminen, wie ein Tribut, der sich von selbst versteht.... Gewiß ist das Prinzip des, manus manum lavat' moralisch höchst anfechtbar, jedoch wohl nur in der Freiheit. Hier dagegen, wo es galt, sich täglich das bedrohte Leben


