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oder um die Kz beerdigen wollte, würden die Lager längst einem riesigen Friedhofe gleichen.... Nein, die Leichen gehen mit dem geschlossenen, schwarzen Wagen, den du schon gesehen hast, hinunter nach Weiden, wo- selbst ein kleines Krematorium besteht. Dort werden sie verbrannt und die Asche wird den Angehörigen, die man auf sehr lakonische Weise vom Ableben verständigt, gegen Einsendung eines bestimmten Betrages— ich glaube: 25.— RM— samt Urne zugeschickt....““
„Die Leiche selbst erhält also wohl niemand?“ er- kundigte sich Bert weiter.
„Nein, in keinem Falle ohne jede Ausnahme! Und das ist begreiflich: denn an der Leiche ließen sich ja bequem Spuren und Kennzeichen entdecken, die zu unangenehmen Ansprüchen gegen die SS. oder die Ge- stapo führen könnten—— oder was vielleicht noch viel nachhaltiger wäre: zum Einblick breiterer Kreise in das Schindluder, das mit schuldlosen Landsleuten hinter dem Stacheldraht getrieben wird.... ja, leider sind die Nazis auch darin wieder zu pfiffig gewesen—— aber sei be- ruhigt, mein Lieber—“
Der Sprecher umspannte mit seiner Rechten den Arm des Freundes neben ihm. ‚‚Sei beruhigt, ihre Asche stäubt trotzdem durch die Lande und ihr Geist durch die Dörfer und Städte und rührt als Sauerteig langsam, langsam den zähen Brei deutschen Denkens auf, bis die wahre Gärung einsetzen wird....“
WEIHNACHTEN IM K2.
In erster Linie mußte das Lager befreit werden von dem Segen, der allzu reichlich von oben gekommen war. Capo Knör und seine abgehetzten Knappen schleppten wieder mal Feldbahngeleise, bis die Finger sich nicht mehr biegen ließen und die Knie schlotterten. Sie schoben alsdann massive Kippwagen heran und schau-


