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die gemächliche Ausgabe des Essens warten läßt, der Willkür dieser ausgeruhten, ausgewärmten Herrn ,, Feldwebel" preisgegeben.
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Einmal schlug Daunderer, eben jener Blockteufel, einem müden Manne, der sich ihm, dem Mithäftling gegenüber, zu murren erlaubte, so heftig den schweren Schöpflöffel über den Kopf, daß er hinstürzte und seinen Eẞnapf in den schmutzigen Schnee verschüttete. Jammernd vor Schreck und Hunger rutschte der Arme nun am Boden hin und leckte die dampfende Brühe mitsamt dem Dreck vieler Stiefel und den zertretenen Schnee auf nicht anders als ein räudiger StraßenJa, dachte sich Bert, es bedurfte wirklich dieses von allen guten Geistern verlassenen Platzes, um ihn zu lehren, was das Wort ,, Brot" alles umschließt, welche Kraft, welche Würze und Süße dieser wohl alltäglichste aller Stoffe in seiner Krume birgt... und weiterhin: mögen sich die meisten Herren Blockältesten in allen Kz's hüten, wenn einmal die Tore der Lager sich auftun werden, daß sie nicht ihren ehemaligen Blockinsassen in die Hände fallen! Sie könnten sonst ihr früheres Treiben bereuen.
köter.
Verstöße gegen natürliche Grundregeln müssen sich stets in kurzer Zeit rächen. Die Verpflegung der Leute wurde von Tag zu Tag auffallend schlechter, je mehr man in den Winter hineinschritt, so daß die Folgen nicht ausbleiben konnten. Um gerecht zu bleiben, sei betont, daß der Übelstand nicht eine Malice der Lagerleitung allein war, sondern daß die Vorräte erschöpft waren und die Schneeverwehungen den Transport von Ergänzungen sehr erschwerten... Begreiflicherweise löste der quälende Hunger allerlei Untaten aus, trotz der scharfen Lagerstrafen: die, Grünen', deren Finger ja ohnehin für solche Geschäfte geübt waren, brachen nachts in die Vorratskammern ein, auch als diese unter strenger Bewachung durch SS.- Posten standen, und holten mit einer erstaunlichen Kunstfertigkeit heraus, was sie brauchten.... Wer davor zurückschreckte, stürzte sich trotz Fußtritten und Faustschlägen auf jede ankom


