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sobald sie sich niederlegten... trotzdem sie schliefen demungeachtet. Denn niemand weiß, was Nacht bedeutet, der nicht schwer gearbeitet hat.
Am Tage biß sich der Frost mit brennendem Kuẞ in alles bloße Fleisch. Bert fühlte die Kälte sich wie eiserne Schrauben um seine Glieder legen, um den Kopf wie um den Leib. Das steigerte noch die Erschöpfung außer der mangelhaften Ernährung, Überarbeitung, Drangsalei.
Was angefaßt werden mußte, saß festgefroren am Boden und mußte behutsam losgepickelt werden. Alle Eisenstücke neigten dazu, an der Haut der Hände festzukleben und sie nicht mehr freizugeben, so daß sie auf schmerzhafte. Weise sich vom Fleisch ablöste.... Schlimm erging es besonders den Füßen. Denn die völlig durchlöcherten Socken boten in den offenen Pantinen der Kälte von allen Seiten Einlaẞ.
Am Abend streckten sich alle Füße, die noch ein Plätzchen dafür fanden, verlangend der Ofenwärme im Zimmer entgegen, so falsch solche Behandlung für erfrorene Zehen sein soll.... Was tat's? Man lebte ja hier von einer Minute zur anderen. Ein Augenblick Wohltat wurde anstandslos mit einem Jahre späteren Lebens erkauft.
Schön, man kann schließlich für eine Arbeit im Freien keine tragbaren Öfen aufstellen, um den Schaffenden die Glieder zu wärmen. Soldaten und Frontarbeiter müssen ebenfalls bitter an die Härte des Winters glauben.... Aber dann ist es ein Raubbau sondergleichen an den Kräften der Kz- Insassen, wenn man sie nach rund zwölfstündigem Verweilen im Freien, darunter zehn volle Stunden härtester Arbeit ohne jede Unterbrechung und ohne Zwischennahrung in der Frühe nur einen halben Liter dünne Kartoffelsuppe und ein Viertel Kommiẞbrot für den ganzen Tag. wenn man sie dann noch anschließend an den widerlichen Appell mit Singsang und Prügeln vor ihren Baracken antreten, und womöglich noch ausgiebige Exerzierübungen machen läßt, sobald der Herr Blockteufel entsprechend gelaunt ist, und klappernd und frierend, entblößten Hauptes auf
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