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dem letzten zu, einem vertrockneten, engbrüstigen Manne mit ledernem Altweibergesicht, der ihm durch sein Jammern und Wehklagen wiederum volle Genug­tuung verschaffte.... Die Exekution war zu Ende. Alle SS. - Leute drängten heraus, ohne sich um die Opfer ihrer Belustigung weiter zu kümmern.

Draußen hatte die Belegschaft des Kz unter Fischers bewährter Leitung gerade das, schöne' Lied vom, Schiff­lein auf dem Bodensee ' angestimmt, dessen Refrain selbstredend auch in eine Beteuerung des Frohsinns der Sänger ausklang.

Die Ausgepeitschten jedoch ließen sich Zeit, brachten unter Fluchen und Ächzen ihre Kleidung wieder in Ord­nung und schlichen sich dann hinaus zu ihren Blöcken, ihr beleidigtes Menschentum mit sich fortschleppend.

BEGEGNUNG VON WEITEM.

Mit wahren Riesenschritten eilte das Jahr nun dem beschließenden Ende und damit dem Froste entgegen. Noch sollte niemand ahnen, welch ein unerbittlicher, schrankenloser Winter hier oben bevorstand.

Stillfried und Bert hatten einige Tage im Wald neben­einander zu arbeiten, und zwar den Waldboden von den Baumstumpen zu reinigen, die beim Schlagen der Stämme zurückgeblieben waren. An sich eine ziemlich harte Arbeit, die aber den Vorzug hatte, daß immer Gruppen zu dreien, ungestört für sich allein schaffen konnten, weil ihrem Wüterich von Capo dieser Platz zu weit von der SS. - Küche entfernt lag, in die er allzugern zu einem verstohlenen Imbiẞ verschwand.

Der Platz lag nämlich am entgegengesetzten Ende des Lagers, fern jener Fahrstraße, die aus der Ortschaft kain. Bis auf einen recht gleichgültigen Kommando­führer waren sie zu dritt allein, Bert, Stillfried und ein Steyrer

Der Forst war ein steiler Fichtenwald, der über der Talsenke des Lagers gelegen war. In einzelnen Gruppen,