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mußte zufrieden sein, wenn niemand von den Plage- geistern sie zurückholen kam.
So trug Bert die langen, langen Stunden hindurch, bis es zum Mittagessen pfiff, die hölzerne Bahre mit je- weils einem fertig bearbeiteten Stein als vierter Mann— und gewann allmählich wieder Kraft und Selbstver- trauen zurück.
Als es endlich zum Mittagessen pfiff, stellte sich bei der Ausgabe der Kost heraus, daß die neuen ‚Roten‘ noch nicht ihre Eßnäpfe und Löffel mitgebracht hatten, weil niemand es ihnen befohlen hatte, Demzufolge muß- ten sie zusehen, wie es den ‚Grünen‘ schmeckte, keine angenehme Aufgabe bei dem gigantischen ‚Kohldampf‘, den ihnen die schwere Arbeit in der dünnen Höhenluft verursacht hatte... dann erst, als die ‚Grünen‘ fertig waren, mußten diese ihre Näpfe und Löffel an die Neuen herleihen, damit auch sie mittels des unausgespülten Geschirres versorgt werden konnten, ein Vorgang, der den Genuß des jämmerlichen Essens noch mehr herabsetzte.
Die Sonne sah mitleidig auf die lange Kette zer- schundener Sklaven herab, die sich um die Thermos- kessel drängten. Hatten sie ihre Kleinigkeit wäßriges Kraut mit einigen Brocken Eingeweide und Kartoffeln erhalten, so hieß es einen leidlichen Sitzplatz suchen, um die Kost auszulöffeln....„Wirklich essen darf man ja gar nicht!“ murrte der riesige Täubler vor sich hin. „Man darf nur wie kleine Kinder ohne Appetit damit etwas spielen! Anhalten tut’s eh’ nicht....“
„Ich denke stärker än etwas anderes‘, fiel Hick- meyer ein,„nämlich wie die Esserei ausschauen wird, wenn hier oben der Herbstregen kommt oder gar der frühe Winter! Jetzt können wir noch im Grase liegen oder auf den Steinen hocken... später kann das un:er Tod sein!“
Bert beteiligte sich nicht am Gespräch. Er war froh, etwas Warmes in den Leib zu bekommen und nicht weiter denken zu brauchen als bis ans Ende der halb- stündigen Mittagpause und von da ab bis zum Feier- abend— weiter nicht.... Er sah sich um— wieder


