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es eher aussah, er werde sich selbst und seinen Nachbarn Schaden tun, als den Boden auflockern.
Auch Bert und Täubler, obwohl letzterer ein Riese an Körperkraft war, tat nach einer Stunde emsiger Arbeit der Rücken und die Arme so weh, daß sie etwas verschnaufen und rasten mußten. Sie ließen daher die Hände auf dem Schaufelstiel ruhen. Ihre Augen wanderten umher.
Weißgraublau, mit aufschimmernden Flächen, liegt unter ihnen der offene Bruch, regellos zerklüftet, wie die letzten Sprengungen seinen Leib zerfetzt haben. Dann kommt die Landstraße, staubig weiß, mit den paar Steinmetzhütten zur Seite und den Stapeln von fertig behauenen Blöcken, die zum Abtransport bereit liegen. Emsiges Pink- Pink dringt aus den Hütten. Denn auch den Steinmetzen sitzt man eifrig im Genick, um sie anzutreiben. Sie sind natürlich ebenfalls Häftlinge, die man angelernt hat und die der Lagerleitung ein schönes Stück Arbeitslohn von den Besitzern des Steinbruches, einer Aktiengesellschaft, einbringen, sie selbst erhalten natürlich, so wenig wie irgendein anderer Lagerinsasse, niemals auch nur einen Pfennig. Das Geld, was ein Häftling besitzt, muß von seinen Angehörigen geschickt werden.
Zwischen Bruch und Hütte reißt das Gewimmel blauweiß gekleideter Sklaven nicht ab, die schweißtriefend unbehauene Felsstücke von vielen Zentnern Schwere hinunterrollen, andere, die zu viert fertige Steine aus der Hütte, Quadersteine von klobigem Gewicht, heraustragen und aufstapeln. Unmittelbar am oberen Rande des Bruches, dicht am Abgrund, klirren die Feldbahnwagen, von je fünf Mann gestoßen, mit ihren Lasten dahin. Das ist das Bild, das sich den Schauenden in der Nähe bietet.
Aber über die Landstraße hinaus fällt das Gelände allmählich, ab, in runden Wellen zum Tale hin. Ein Zug rührender Ärmlichkeit liegt über dem rauhen, dürftigen Lande. Kaum ein Obstbaum ist in Gärten oder Feldern zu sehen. Recht traulich eingeschmiegt in


