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Geheimnis war, daß der Neupriester seinen einstigen Lehrer und Seelsorger dafür ausersehen hatte. Schon im Frühsommer jenes Jahres erhielt der Diakon A. Böhe vom Pfarrer Z.( mein Nachfolger in N.) einen Brief, worin er ihm mitteilte, ein Mann aus N., der mit Pfarrer Stehle auf freundschaftlichem Fuß gestanden sei, habe dringend gebeten, Pfarrer Stehle möchte doch die Primizpredigt nicht übernehmen, es könnte die schlimmsten Folgen haben. Der Diakon legte mir dieses Schreiben vor, ohne Stellung dazu zu nehmen. Ich antwortete, daß ich natürlich ohne weiteres zurücktrete, wenn solche Störungen zu befürchten seien, aber ich würde dann nicht nur von der Predigt zurücktreten, sondern auch von der Teilnahme an der Primiz. Als ich dann anläßlich unseres silbernen Priesterjubiläums ins Priesterseminar kam, erklärte mir der Diakon, er habe sich die Sache nochmals überlegt es käme nur ein Priester für die Predigt in Frage, und das sei der Onkel Klemens. nehme alle Folgen auf sich. So sagte ich endgültig zu. Alle Befürchtungen waren grundlos, denn der Krieg war bereits ausgebrochen, und die Herren von der Partei hatten andere Sorgen. Es war eine denkwürdige Weihnacht. Bäume trugen Festschmuck, sie waren über und über mit Schneekristallen bedeckt. Der Neupriester und ich stiegen miteinander aus vor dem Kirchenportal. Ein Leuchten ging über die Gesichter, als wir die Kirche betraten. kirchlichen Begrüßungsfeier begann ein herzliches Grüẞgottsagen von allen Seiten. Mit Spannung wurde die Predigt erwartet. Ich kam auf die mir so vertraute Kanzel, blieb ruhig stehen und schaute meiner Pfarrgemeinde fest und gütig ins Auge. Dann begann ich zu erzählen, wie die Bewohner von Bethlehem einst den Propheten Samuel fragten, ob sein Kommen friedlich sei; wie er versicherte, er sei gekommen, um zu opfern. Daran knüpfte ich das Thema der katholische Priester kommt als Friedensbringer und Opferpriester. Ich warf dann auch die Frage auf, warum der katholische Priester trotz seiner Friedenssendung und Friedensabsicht oft gehaẞt werde. Ich zeigte, daß das nicht in seinem Berufe, auch nicht in seiner persönlichen Lebensführung, nicht einmal in seinen menschlichen Schwächen begründet sei, sondern einzig im Haß der Hölle gegen Christus, dessen Vertreter und Werkzeug der katholische Priester sei. Ich sprach ruhig ohne Pathos, und das verfehlte den Eindruck nicht. Eine Überraschung erlebten alle Teil
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