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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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Überhaupt, wie reich die SS hier war, konnte man gar nicht abschätzen, Jedenfalls waren es Millionenwerte, die Mauthausen und die Nebenlager Gusen I und II darstellten. Kosteten doch die modernen Einrichtungen der Wäscherei und der Häftlingsküche allein im Lager Mauthausen mehrere Millionen Mark. Alles auf Kosten der Hunderttausende, die hier ihr Leben lassen mußten. Vor allen Dingen auf Kosten der Juden.

Wenn ein Transport mit Juden kam, brauchte man nicht erst lange nach irgendwelchen Merkmalen zu sehen. Ihre Gesichter und Köpfe waren von der SS auf dem Wege vom Bahnhof Mauthausen bis zum Lager Mord­hausen mit dem Gewehrkolben und Ochsenziemer genügend gekennzeich­net. Sämtliche Zugänge, wenigstens große Transporte, wurden später alle gebadet und ihrer Kopfhaare entblößt. Zu diesem Zweck mußten sie hinter der Wäscherei aufmarschieren, um vollständig entkleidet zu werden. Ob es regnete oder schneite, oder die Sonne brannte, spielte keine Rolle! Und so eine Aufnahme hinter der Wäscherei konnte sich stundenlang hinziehen. Die Juden wurden besonders ,, herzlich" empfangen. Hier wurden sie erst mal genauer gemustert- Stockhiebe gab's reichlich und von Häftlingen, die als Aufsichtspersonal fungierten, sowie von der SS regelrecht aus­geraubt. Im Sommer, bei Gluthitze Wasser haben sie unterwegs nicht bekommen hatten sie natürlich großen Durst. Für ein Glas Wasser zahl­ten sie gewöhnlich hundert Mark. Die Uhren und sonstigen Wertsachen nahm man ihnen für ein paar Zigaretten ab mit der Bemerkung: ,, Ihr lebt ja doch nicht mehr lange!" Was in den Effektenbeutel hineinkam, wurde meistens auch noch geplündert.

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In Gruppen zu je zweihundert ging es nach der Aufnahme in das Bad. Um dorthin zu gelangen, mußte man eine ziemlich steile Treppe passieren. Nichtsahnend erhielten sie kurz vor den Stufen einen Fußtritt, sodaẞ man­cher mit Knochenbrüchen oder sonstigen Verletzungen unten landete. Das Wasser wurde so heiß wie möglich aufgedreht und wehe dem, der nicht unter der Brause blieb! War er vom Wasser noch nicht rot, dann wurde er es durch Schläge. Diese Quälereien im Baderaum gehörten mit zu den furchtbarsten, die ich in Mauthausen erlebt habe. Nach dem Baden ging's in die Quarantäne, und dort wütete die SS so unter ihnen, wie ich es in den vorhergehenden Seiten schilderte.

Juden kamen immer in die Strafkompanie. Sie mußten Steine tragen bis zum Verrecken, einen anderen Ausdruck kann ich nicht finden. Was der Mensch auszuhalten vermag, das habe ich bei diesen Steinträgern gesehen. Zwei kräftige Capos mußten den zentnerschweren Stein dem, der ihn tragen sollte, auf die Schulter heben, und wenn der Betreffende zusam­menbrach, wurde er mit kaltem Wasser und Ochsenziemer wieder auf die Beine gebracht, um von neuem beladen zu werden. Ich sehe heute noch einen schmächtigen Juden, mit einem Ungetüm von Stein beladen, auf der Lagerstraße daher schwanken. Er war kurz vor dem Ziel, doch die Beine versagten; den Stein abwerfend sackte er zusammen. Ein Unterscharführer der SS, er hatte den schönen Namen ,, Schimpfhöfel" wir nannten ihn kurz ,, Tiroler", weil er aus dieser Gegend war nahm sich jetzt den Juden

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