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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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lich. Arbeit, Verpflegung und Strafen waren fast dieselben wie bei uns. Ihre Blockführerinnen sollen an Grausamkeiten unserer SS in nichts nach­gestanden haben. Auch erzählen die Mädchen, sie hätten sich freiwillig nach Mauthausen gemeldet, da ihnen die Blockführerinnen zu verstehen gaben, daß, wenn sie sich ein halbes Jahr lang in Mauthausen gut führten, sie darnach die Freiheit erlangten. Eine nationalsozialistische Teufelei! Mit anderen Worten: Entweder du verreckst hier im Lager Ravensbrück oder du gibst dich ein halbes Jahr lang in Mauthausen den Männern hin. Stammgäste des Bordells waren die Blockältesten und die Capos. Und für so manch einen von ihnen war das Freudenhaus ein Leidenhaus. Waren die Mädels beschwipst oder gar berauscht, was keine Seltenheit war, dann wurde das Bordell von der SS auf den Kopf gestellt. Woher der Wein, der Braten oder die Brillanten seien, wollten sie wissen. In ihrem Rausch haben sich die Mädels dann gewöhnlich verplappert, und das Ende für den oder die betref­fenden Kavaliere war der Bunker. Vielfach auch der Tod! Das Wahrzeichen von Mordhausen, die zehn Meter hohe, aus dem Kamin des Krematoriums ragende Flamme, die tagaus, tagein, Jahr um Jahr nie ausging, hatte wieder neue Nahrung.

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VI.

Der Block IV, in dem ich war, lag der Quarantäne gegenüber. So mußte ich oft Zeuge sein der bestialischen Machenschaften, die sich dort abends oder in der Nacht abspielten. In die Quarantäne kamen die Zu­gänge, meistens waren es Juden. Der Jude löste auf die SS dieselbe Wir­kung aus wie das rote Tuch auf den Stier. Oft sah ich, wie irgend ein SS- Mann in berauschtem Zustand die Juden mit brutaler Gewalt nieder­boxte und sie mit Stiefeln in die Luftröhre trat, um sie nachher aus dem Fenster zu werfen. War der eine oder andere noch nicht tot, wurde er in den elektrisch geladenen Draht gejagt. In den Block zurückzukehren, war ein Ding der Unmöglichkeit. Bei allen Schandtaten war der Blockälteste der Quarantäne mit beteiligt. Leider ist mir sein Name unbekannt. Abend für Abend konnte ich von meinem Bett aus dies beobachten; wie mir zumute war, ist unmöglich zu schildern. Aber eines darf ich meinen Lesern sagen: In solchen Momenten habe ich mir gewünscht, ein Übermensch zu sein, um diese Bestien restlos zu vernichten. Man wird auch verstehen, daß dieser Anblick und diese Eindrücke an Menschen, die innerlich sauber sind, nicht spurlos vorüber gingen, daß sich da vieles in ihre Seele eingegraben hat, um sie an der Menschheit fast verzweifeln zu lassen. Man hat die Juden Wucherer, Verbrecher und Parasiten geheißen, wer aber die wirklichen Verbrecher waren, das habe ich hier zur Genüge gesehen.

Wir hatten eine eigene Kantine im Lager, die von uns Häftlingen be­dient wurde. Eingekauft wurde vom Capo der Kantine bei der SS - Kantine. Zu kaufen gab es: Rauchwaren, Schreibartikel, eingemachtes Gemüse, wie rote Rüben, Bohnensalat u. v. a. Damit das Gemüse an den Mann kam,

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