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Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
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schien, da die letzte erst einige Tage zurücklag. Also marschierten wir blockweise im Adamskostüm auf und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Wir hörten Pferdegetrappel. Das Tor ging auf. Hereingeritten kam der gesamte Stab, und an der Spitze wir trauten unseren Augen nicht ,, Gräfin Maritza", den Namen und Titel hat sie von uns erhalten, eine Geliebte des Herrn Allmächtigen von Dachau . Natürlich besoffen wie eine Haubitze. Indem sie an uns vorbeiritt, sagte sie: ,, Ah, so ist's schön, so ist's schön!" Dann verlangte sie: ,, Männerkehlen will ich hören, und zwar das Lied ,, Eine Nacht in Monte Carlo!" Also sangen wir in die Stille der Nacht hinein das gewünschte Lied. Zu gleicher Zeit wünschten wir sie dahin, wo der Pfeffer wächst. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorüber, und wir konnten wieder auf unsere Blöcke."

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Und so war in den Konzentrationslagern überall fast das gleiche. Ein treues Abbild des teuflischen Nationalsozialismus! Einfach unvorstellbar! In der einen Ecke des Lagers spielte eine Tanzkapelle, Mauthausen besaß sogar drei! Musikinstrumente konnten wir uns schicken lassen-, in der anderen wurde geschlagen und gemordet. Der eine aẞ Spiegeleier und trank Schnaps so etwas war im Lager möglich, denn Geld war durch die Aus­länder reichlich vorhanden und für hohe Summen konnte man von den Freiarbeitern genügend Alkohol bekommen; bis zu tausend Mark für eine Flasche Wein war nichts seltenes der andere konnte nicht genug Kar­toffelschalen auftreiben, um seinen Hunger zu stillen. Wer eben organisie­ren, auf gut deutsch stehlen konnte, war obenan er spielte allerdings auch mit seinem Leben. Aber was blieb uns anderes übrig? Taten wir es nicht, gingen wir auch zu Grunde!

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Eines Tages ging die Parole durch das Lager: Für uns Häftlinge wird ein Bordell eingerichtet. Großes Staunen! Wir standen dieser Parole etwas skeptisch gegenüber, denn wir sagten uns mit Recht: Wenn wir schon ein Bordell bekommen, werden wir voraussichtlich noch lange Zeit hier fest­gehalten. Aber trotz allem, ein vernünftiges Wort konnte man in dieser Zeit fast mit keinem mehr reden. Wetten wurden abgeschlossen. Die einen wet­teten, daß ,, hohe Nazi" in den Umbau kämen, die anderen wiederum glaubten an die Frauenparole. Und so unglaublich diese Parole auch schien, sie wurde doch Tatsache! Eines Abends, die Arbeitskommandos kehrten eben in das Lager zurück, schaute alles neugierig nach dem Bordell, denn es hatte sich mit Windeseile herumgesprochen, daß die Frauen da wären. Ich betrachtete meine Kameraden etwas genauer und stellte fest, daß ihre Augen direkt leuchteten. Ich muß schon zugeben, daß auch ich etwas auf­geregter war als sonst. Frauen im Lager!... Man nahm unwillkürlich wie­der mehr Haltung an und beobachtete sich gegenseitig und fand auf einmal an sich selbst Fehler, die man sonst gar nicht sah! Allerdings, so schnell konnte ich mich in das Neue nicht hineinfinden, ja ich muß gestehen, einesteils war ich sogar ein Gegner dieser Einrichtung, denn die Lager­verhältnisse waren doch zu traurig. Doch sonderbar, der Mensch in solch einer Situation, in der wir uns befanden, kennt sich selbst nicht mehr! Es lockte und rief da ein Etwas, das man längst begraben wähnte und das in

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