Druckschrift 
Mordhausen : Bericht eines Augenzeugen über Mauthausen, das berüchtigte Konzentrationslager / von Edmund Richard Stantke
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen

-

دو

-

daß sich zwischen den Stauden am Boden Leute bewegten, denn er fragte den Kommandanten, was die Häftlinge darin täten. Abgebrüht, wie der Kommandant war, log er Himmler frech ins Gesicht, indem er sagte: ,, Herr Reichsführer, das sind revierkranke Häftlinge, denen ich erlaubt habe, Tomaten zu essen, damit sie wieder hochkommen." Zur Plantage gewandt, rief er: ,, Häftlinge, Häftlinge!" Keiner erhob sich, getreu der Warnung des Kommandoführers. Zum drittenmal rief der Kommandant: ,, Häftlinge!" Vorsichtig kam nun einer nach dem anderen zwischen den Stauden zum Vorschein. Weiter fragte der Kommandant: ,, Häftlinge, habt ihr schon Tomaten gegessen?" ,, Nein!" war die Antwort. ,, Wollt ihr Tomaten essen!" schrie der Kommandant. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen, erzählte M., wir haben uns sattgegessen und die Hosenbeine und die Taschen voll­gepfropft; gab es doch im Lager für ein Pfund Tomaten ein Drittel Brot!- Als die Arbeit beendet war, gingen wir, im Glauben, daß alles in Ordnung sei ich muß schon M. weiter erzählen lassen breitbeinig und mit abstehenden Taschen in das Lager. Am Tor stand ,, Iwan der Schreck­liche ", unser Rapportführer. Er musterte uns von oben bis unten, dann rief er mich und sechs oder sieben andere zu sich heran. ,, Was habt ihr da in den Taschen?" schrie er., Tomaten, Herr Rapportführer." ,, Wie, unsere Tomaten wollt ihr fressen?" fauchte er ,,, raus damit!" Und ehe wir noch weiter zu Worte kommen konnten, hat er uns dermaßen mit Tomaten bom­bardiert, daß wir kaum mehr zur Besinnung kamen ich sah aus wie ein Tomatenkönig- aber damit war der Fall keineswegs erledigt. Jetzt mußten wir uns an den Lautsprecher stellen, die Arme im Nacken gekreuzt. Wir nannten das den ,, Sachsengruß". Stundenlang mußte man dort für kleine, unwichtige Vergehen stehen, ob Sommer oder Winter, ob Regen oder Schnee. Der Lautsprecher, in Eiffelturmform gebaut, war ziemlich hoch, sodaß wir immer nach oben schauen mußten. Als wir vielleicht so eine halbe Stunde gestanden hatten inzwischen war noch zum Überdruß ein Gewitter aufgezogen und es goß in Strömen kamen Himmler und der Kommandant, in Regenmäntel gehüllt, aus dem Revier auf uns zu. ,, Was machen denn die da?" fragte Himmler, indem er das Lachen kaum verbei­Ben konnte. ,, Ja, Herr Reichsführer, da bin ich machtlos, denen ist nicht zu helfen. Das sind die unverbesserlichen Radiohörer! Ob es regnet oder schneit, sie wollen absolut Radio hören. Passen Sie auf! Häftlinge, Häft­linge! Wollt ihr machen, daß ihr da wegkommt. Na, sehen Sie, Herr Reichs­führer, sie gehen nicht!" Lachend gingen beide davon. Wir dachten, du kannst uns gern haben, denn etwas weiter von uns entfernt, stand, mit dem Ochsenziemer bewaffnet, wieder ,, Iwan der Schreckliche ", um uns herzlich in Empfang zu nehmen. Da Herbert M. so nett erzählt, lassen wir uns noch ein anderes Erlebnis aus Dachau von ihm berichten:

-

-

-

-

,, Eines Nachts, wir waren im besten Schlaf, wurde das ganze Lager ge­weckt. Was ist los? war die allgemeine Frage im Block. Der Blockälteste wußte es auch nicht. Plötzlich hieß es, alles auf dem Appeliplatz antreten, aber ohne jede Bekleidung, auch das Hemd muß ausgezogen werden. Wir dachten: schon wieder Entlausung? was uns dann doch wieder unmöglich

22

schien, da blockweis sollten. W der gesam

,, Gräfin

Geliebte d

Haubitze.

schön!" D Lied ,, Eine hinein das der Pfeffer wir konnte Und s treues Ab

In der ein

sogar drei anderen w Schnaps länder rei Freiarbeite Flasche W toffelschal

ren, auf g auch mit s

nicht, ging

Eines

ein Bordel

skeptisch Bordell be gehalten. A

fast mit ke teten, daf glaubten a sie wurde

eben in da

es hatte

S

Ich betra

Augen din

geregter w

der mehr

einmal an schnell ko

einesteils verhältniss

einer Situa

lockte und