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Über Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im Konzentrationslager Theresienstadt / A. Wolff-Eisner
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Keine eigentliche Erkrankung, sondern eine Folge der Abmage­rung und der Muskelschwäche, war der spastisch- paretische Gang, den zahlreiche Personen aufwiesen. Die Füße wurden beim Gehen nicht hochgehoben, sondern schleiften am Boden entlang, und es war dies im Straßenbild von Theresienstadt geradezu charakteristisch. Bei dieser Art des Ganges bleibt man oft an Un­ebenheiten der Straße hängen, und so sind hierdurch viele Stürze und Frakturen indirekt verursacht worden.

Die Gewichtsabnahmen waren bei den meisten Insassen des Kon­zentrationslagers Theresienstadt sehr erhebliche, betrugen meist 30% des ursprünglichen Körpergewichts und gingen oft auf 40%. Um ihr Zustandekommen zu erklären, wird man noch einmal näher auf die Ernährung eingehen müssen, welche in letzter Instanz die Uisache der großen. Morbidität und der hohen Sterblichkeitsrate war. Direkte Folge der Abmagerung war das häufige Auftreten von Unterleibsbrüchen, und diese unbestreitbare Tatsache ist darum sehr interessant, weil sie eindeutig das Irrige der WAL­DEYERschen Anschauungen über das Zustandekommen der Brüche beweist. Nach diesem berühmten Anatomen entstanden Brüche nicht durch äußere Einwirkungen, sondern waren stets präfor­niert. Diese Anschauung war lange die herrschende und führte, besonders in der Sozialversicherung, zur Ablehnung aller An­sprüche, die auf die Entstehung von Brüchen auf Grund von Trau­men oder Gewalteinwirkungen basiert waren.

Diese Brüche in Theresienstadt waren übrigens für ihren Träger sehr unangenehm, weil fast alle Insassen stark husteten und man diese Brüche kaum operieren konnte, einerseits, weil die Ab­magerung ja meist weiter fortschritt, und andrerseits, weil man ihres oft ungünstigen Ausgangs wegen Operationen nach Möglich­keit vermied.

Herzerkrankungen waren natürlich häufig. Es fanden sich alle Formen von Herzschwäche. Wieweit das Herz an der Entstehung von Ödemen beteiligt war, war wegen der erhöhten Neigung zu exsudativen und transsudativen Prozessen schwer- zu sagen. Be­sonders, da stets als ätiologischer Faktor leichtere Formen von Hungerödem mit in Betracht kamen. Auch bei alten Leuten sank der Blutdruck meist erheblich ab, und stand bei 140-150 mm Hg ( Riva- Rocci). Dies Absinken des Blutdrucks war aber durchaus genitalsystem beobachtet. In der Deutschen Medizinischen Wochenschrift" 1944, Nr. 5, hat MENWRIN eine ,, Reizblase" beschrieben, die als Pollakisurie auftrat. Sie konnte bis zur Harninkontinenz führen. Die Erkrankung wurde als vegetative Regulationsstörung aufgefasst. Wenn unter Sympathicus- Einfluss Erregung des Sphincter und Hemmung des Detrusor und unter Vaguseinfluss Anregung des Detrusor und Lähmung des Sphincter eintritt, lassen sich die im Vordergrund stehenden Erscheinungen Harndrang und Inkontinenz erklären.. Umstimmungen durch Eigenblut, Proteinkörper und Cyrifa sollen bei den vago­tonen Formen, Dämpfung durch Luminal und Bellergal( wegen der vasokon­striktorischen Gynergenz), günstig eingewirkt haben.

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