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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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Anfechtungen der Verzagtheit überkamen ihn. Er rang tapfer mit ihnen. Daß er für sich nie anspruchsvoll gewesen war, sondern sich beschieden und in Abtötungen geübt hatte, bedeutete für ihn eine aszetische Vorschule auf die Armseligkeit der Gefangenschaft. Zu ihr sagte er sein Ja, wie es am Schluß seines Briefes vom 10. Januar 1942 aufklingt:

,, Ich habe nun jene schlichte Form des Lebens gefunden, die ich mir schon längst gewünscht habe. Ich bin zufrieden."

Und an die Haushälterin, die mit Sendungen ihm das Los zu erleichtern suchte, schrieb er einmal:

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, Verwöhnt mich nicht! Ich will es nicht gut haben, sondern mich nur über Wasser halten; denn ich habe hier eine große Aufgabe zu erfüllen." Es ist menschlich nur allzu begreiflich, daß sich Dr. Feurstein unbeschadet seines Martyrergeistes dann wieder aus der Bitterkeit seiner Gefangen­schaft heraussehnte. Er wünschte dringend, daß er, sei es durch den zu früh erwarteten Zusammenbruch des Hitlerstaates, sei es durch die Be­mühungen einflußreicher Gönner, sei es durch eine Aktion seiner Pfarrbe­völkerung bald frei werde. Aber alle drei Hoffnungstaue rissen. Schmerz­lich enttäuschte ihn das. Doch wurde er mit diesen geistigen, seelischen Be­drängnissen fertig. Er versank weder in Verzweiflung oder Hader mit Gott, noch in Lethargie oder Stumpfheit. Er maß seinem Leiden eine große Mis­sion zu und war entschlossen, seinen Kreuzweg, so es Gottes Wille sei, zu Ende zu gehen. In den einsamen Stunden ging ihm aus eigenem Erleben auf, daß in christlicher Sicht das Leben ein langsames Losschälen vom Ir­dischen, das Leiden Läuterung und Gewinn ist. Jenes Sichfügen und Ver­trauen strömten immer mehr in ihn ein, das aus einem von ihm verfaßten Gebetstext spricht, den man nach dem Tode in seinem Brevier fand: ,, Je tiefer wir in Leid und Schmerz versenkt sind, desto näher ist uns der gütige Jesus, der Mann der Schmerzen, mit seinem Trost und Frieden. Und auch Maria weiß, was Leiden heißt. Sie ist die Trösterin der Be­trübten, das Heil der Kranken, sie wird in diesen Tagen und Stunden am Herzen ihres Sohnes uns die Gnade der Geduld und Gottergebenheit er­flehen.

Dein Wille, Herr, geschehe,

Wenn ich's auch nicht verstehe!"

Er suchte die Zeit und Werte seiner Haft zu verstehen und auszunützen in geistige Früchte. Deshalb erbat er sich in seine Zelle kostbare Werke der Gefangenenliteratur: Dostojewskij, Memoiren aus einem Totenhaus; Silvio Pellico , Meine Gefängnisse; Kraus, Im Kerker vor und nach Christus. Ebenso ließ er sich theologische und erbauliche Schriften kommen: die Paulusmonographie von J. Holzner; Hallfeld, Wende zu Christus; Leiprand,

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