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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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Vinzenz von Paul; Zimmermann, Aszetik; Dantes Inferno; Johannes vom Kreuz , Aufstieg zum Berge Karmel; Friedrich Heiler, Das Gebet; Josef Schmid, Das Lukasevangelium. Besonders sehnlich erwartete er sein Bre­vier, das die Gefängnisverwaltung ihm doch nicht dauernd vorenthalten konnte. Während er körperlich litt und schwächer wurde, hielt er mit Hilfe dieser gedruckten Freunde seinen Geist aufrecht, seine Seele stark und gott­verbunden. Am meisten war er beglückt, als er nach einem längeren Ver­bot unerwartet am Karsamstagmorgen die Sakramente empfangen konnte und er zusammen mit dem Gefängnis geistlichen in der Öde seiner Zelle er­griffen die vere beata nox feierte.

Neben dem, was es für das Hauswesen zu regeln und anzuweisen gab, war er in seinen Briefen vor allem für eine geordnete Fortführung der Pfarr­geschäfte besorgt. Er nahm darin regen Anteil an den geistlichen und per­sönlichen Vorgängen seiner Gemeinde. An den Vikar schrieb er, wie die abzuliefernden Glocken zu beschriften, die Gefallenen ins Totenbuch einzu­tragen, die Schulden zu tilgen, die Firmung zu gestalten, die alten gestif­teten Messen zu behandeln, die Kirchendächer zu decken seien. Er beauf­tragte das Pfarrhaus, die von teilnehmenden Freunden ihm in die Haft zu­gegangenen tröstenden Zeilen herzlich zu erwidern und die Adressaten sei­nes Gebetes zu versichern. Seine mildtätige Hand, die, ohne zu rechnen, be­reits ein stattliches Vermögen den Notleidenden zugeführt hatte, öffnete sich auch vom Gefängnis aus weit der christlichen Caritas. Einer Frau, die ihr sechstes Kind bekam, läßt er einen Geldbetrag, einem Operierten eine Stärkung, mehreren Familien und Bedürftigen zu Ostern und Pfingsten sowie einer Kranken auf jeden ersten Freitag eine finanzielle Unterstützung zukommen. Einer Person, die ihn beleidigt hatte, schickt er seine Verzei­hung und sein Gebet. Einem jungen Verwandten, der zur Marine ein­rückte, läßt er diese Abschiedsworte väterlicher Mahnung übermitteln: ,, Ich habe in diesen 13 Jahren manches für Dich getan, vergiß es nicht! Halte Dich brav! In den Kneipen der Hafenstädte treiben sich allerlei schlimme Elemente herum. Vergreife Dich nie an einem schlechten Weibe, Du kannst Dich seelisch und körperlich für immer ruinieren! Dein tägli­ches Gebet sei das Geheimnis Deiner Kraft und Dein Trost fern der Hei­mat. Gott segne und schütze Dich!"

Bis zum 5. Juni 1942 ward Dr. Feurstein zu Konstanz in Einzelhaft ge­halten. Obgleich seine gebrochene Gesundheit Lagerfähigkeit ausschloß, ordnete das Reichssicherheitshauptamt die Verbringung nach Dachau an. Was kümmerte Berlin schon ein solches Justizverbrechen! An dem Tage, da in seiner Pfarrei daheim die Firmung gespendet wurde, schleppte man den abgezehrten Priestergreis über Bodensee und Allgäu ab. Nach neun­tägigem Transport zog er am Feste des heiligen Johannes des Täufers, des

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