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DAS CHRISTLICHE DEUTSCHLAND 1933— 1945
DIE EVANGELISCHE REIHE;
Diese Reihe soll ein Bild des geistigen Kampfes geben, den die Bekennende Kirche gegen die Dämonie des Neuheidentums, der Entchristlichung der Ju-
gend, der Rechtszerstörung und des politischen Machtstrebens im Raum der
Deutschen Evangelischen Kirche geführt hat. Es sind Zeu gnisse ausgewählt, die entweder überhaupt nicht gedruckt werden konnten, aber oftin großer
. Zahl vervielfältigt von Hand zu Hand gingen, oder Privatdrucke waren,
welche die Bekennende Kirche für ihre Mitglieder, meist nur in kleinen Auf- lagen, hergestellt hat; ferner Veröffentlichungen in Zeitschriften, die durch Beschlagnahme unterdrückt wurden oder auf andere Weise an der Verbrei- tung gehemmt wordensind. Unser Bemühen ist, im Geschichtlich-Einmaligen
das Bleibende sichtbar zu machen und die Erkenntnisse zu bewahren, die
damals als Richtschnur einer evangelisch-christlichen Lebensordnung er- kämpft wurden. Deshalb'bringen wir außer grundsätzlichen Erklärungen,
‚Botschaften und Ausarbeitungen auch Berichte, Briefe, Verteidigungsreden, Predigten, Aufrufe an die Gemeinden und Stimmen aus den Gemeinden zum
Gehör. Denn die damals so beglückend geschenkte Einigkeit im Wesentlichen des Glaubens und die daraus entstandene Überbrückung.der Verschieden- heiten im Bekenntnis von Lutheranern und Reformierten, die Einsichtin tragfähige Verfassungsgrundlagen der Kirche, die allmählich wachsende Bereitschaft zu immer besserem Verständnis des Glaubenslebens unserer römisch-katholischen Brüder, nicht am geringsten endlich die- gemeinsame
läßt sich nicht trennen von der zeitgeschichtlichen Not, in die unsere Deutsche Evangelische Kirche seit 1933 in immer wachsendem Ausmaß ge- stellt war. Diese schwere Anfechtung ist aber unserer Kirche, trotzdem ihre
‚sichtbare"Gestalt fast darunter zerbrach, dennoch zum Segen geworden. : Davon lassen die Zeugnisse, die wir hier vorlegen, etwas verspüren. Es war
von Anfang an der Bekenntniskirche klar, daß Gott ihr den Kampf um die Kirche zur Buße und nicht zum Ruhme verordnet hatte. Wenn wir_ heute die Zeugnisse dieser Prüfungszeit neu ans Licht treten lassen, so ge- schieht es im gleichen Geist: ohne, Bitterkeit, ohne Anspruch und ohne‘ Selbstberuhigung. Der Blick ist dabei ‚nicht nach rückwärts, sondern nach vorwärts gerichtet. Stärkung und Ausrüstung für die uns bevorstehenden Aufgaben ist das Ziel.
' Über die bisher erschienenen oder vorbereiteten Hefte vergleiche die Über-
sicht am Schluß dieses Heftes.


