Druckschrift 
Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
Seite
104
Einzelbild herunterladen

FRIEDRICH WEISSLER

mir

Liede

Hut.

tiefe

... F

nuar

Zu Königshütte 1891 aus dem Schoße einer gläubig evangelischen Familie hervorgegangen, wuchs Weißler dank seiner Begabung und seinem ernsten Streben zur Reife des Lebens und des Berufes empor. Als Richter und ju­ristischer Schriftsteller erwarb er sich die Anerkennung der Fachgenossen. Religiöse Triebkräfte sprachen in seiner Amtsführung mit. Sie stärkten seinen Sinn für Wahrheit und Gerechtigkeit; sie vertieften in ihm die Treue zu den christlichen Grundsätzen und zu den Forderungen des Gewissens; sie verboten ihm, von dem für richtig erkannten Weg abzuweichen oder bei prinzipiellen Fragen aus Zweckmäßigkeits erwägungen dem Kompromiß und der Nachgiebigkeit das Tor zu öffnen. Recht blieb ihm Recht, auch wenn die neuen Gewalthaber es verfälschen oder beugen wollten. Schon 1933, ein Jahr nach seiner Ernennung zum Landgerichtsdirektor in Magdeburg , er­regte er bei ihnen Anstoß wegen einer in öffentlicher Sitzung vorgenom­menen richterlichn Handlung. Er wurde darob aus dem Staatsdienst mit gekürztem Ruhegehalt entlassen. Mit seiner Familie zog er sich nach Berlin in ein wirtschaftlich bedrohtes, aber in allen Anfechtungen glaubensstarkes Privatleben zurück. Die Nichtigkeit der Welt, die Unzulänglichkeit des Ir­dischen trat eindrucksvoller vor sein Bewußtsein. Sie wies ihn noch stärker hin auf das ,, Eine, das nottut". Er trat in die vorläufige Kirchenleitung ein. Deren berühmte Denkschrift 1936 an Hitler über den drohenden Zerfall der sittlichen und rechtlichen Ordnung( vergleiche Heft 5 der evangelischen Reihe dieser Sammlung) hat ihn zum Verfasser. Im Zusammenhang damit wurde er im Oktober verhaftet. Nach fünf Monaten im polizeilichen Unter­suchungsgefängnis kam er im Februar 1937 in ein Konzentrationslager. Dort führte das Erlittene nach wenigen Tagen seinen Tod herbei. Seiner Frau, seinen zwei Kindern, uns allen hinterließ er, wie die folgenden Brief­auszüge und Gedichte beweisen, das Beispiel christlicher Geborgenheit und Fülle inmitten aller Erdennot.

wir

uns

den

zwar

Beis

eine

Klei

getr

Gott

Gei

bau mei

FURCHTE DICH NICHT!

... arme Frau, arme Mutter, arme Kinder! Gott wird Euch trösten, ich kann es nicht. Lest Ps. 27. Ich habe wunderbare Ruhe und Kraft geschenkt bekommen. Denn ich weiß, daß der Herr auch dort( im Lager) täglich

104