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steigt aus der Qual der verseuchten Masse, hinauf zum alleinigen Erretter. ,, Herr, wie lange noch?" Bis sich unser Schicksal wendet? Willst du, daß wir alle hier verderben und so elend und so grausam, wie wir es täglich sehen, zugrunde gehen? Sind der Opfer noch nicht genug? Ist die Zahl noch nicht voll? Das ist die Klage, die Frage und das Gebet der von Ungewißheit und vom großen Sterben umgebenen Menschen.
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Ja, es bleibt ein Geheimnis Gottes, daß er gerade in dieser Zeit, wo wir das baldige Ende unserer Unfreiheit ahnen, ja, wo wir um die Wende und wie wir hoffen um eine glückliche Wende unseres Schicksals wissen, daß Gott gerade noch in dieser letzten Zeit, so kurz vor dem geöffneten Tor der Freiheit so viele Lebensopfer fordert. Sind es Sühneopfer? Will er Opferer, die sich unschuldig für die Schuldigen hingeben? Nur so kann ich's verstehen. Das wäre Weisheit Gottes. Das wäre größte Gnade für die Ungnädigen! Ungnade kann ja nur durch Gnade überwunden werden, Haß nur durch Liebe. Will Gott uns durch die Unschuldsopfer, die er durch die apokalyptischen Reiter holen läßt, vielleicht zeigen, daß auch wir, wenn wir bald uns zu entscheiden haben, das Gleiche tun sollen? Nämlich, daß wir Gleiches nicht mit Gleichem, Böses nicht mit Bösem vergelten? Daß wir vielmehr das Gleiche, nämlich das Böse, mit dem total Ungleichen, nämlich mit dem Guten, daß wir den Haß mit Liebe überwinden? Mit einer Liebe allerdings, die sich auch zuerst das längst zerstörte Fundament der sühneheischenden Gerechtigkeit und der gerechten Sühne schafft, um dann auf diesem Boden neu wirksam zu werden. Das wird es wohl sein. Nur so kommen wir zu einem Ende, wenn wir einen Schlußstein setzen hinter den ewigen Kreislauf von Unrecht und Vergeltung, von Untat und Rache, einen Schlußstein hinter Haẞ und Hölle. Und dieser Schlußstein ist ein doppelter Quader, ist uns von Gott in die Hände gegeben durch Christus und heißt: Gerechtigkeit und Liebe!
Ende März 1945.
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