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setzt aus vielen Nationen, am Altar bei feierlichem Gottesdienst am Missionssonntag, am Pfingstfest, am Jahresschluß und bei besonderen Anlässen. Der zelebrierende Priester vertritt eine Nation, der Diakon eine andere, der Subdiakon die dritte, die Ministranten wieder andere, und der Prediger spricht lateinisch in der Einheitssprache aller. An Weihnachten 1944 gar, da standen alle Nationen mit ihren Vertretern am Altar um den Häftlingsbischof, während er als Repräsentant der gefesselten und verfolgten Weltkirche ein Pontifikalamt feierte. Und am Abend dieses Tages trafen wir uns wieder in unserem Heiligtum zu einem internationalen ,, nationalen Krippensingen". So erleben wir durch Gottes Fügung in der Enge und Trauer der Haft die Weite und Freude der Weltkirche. Wir sind eins! Wir wollen ja das gleiche: Zu uns komme Dein Reich" in aller Welt! Das Reich Christi komme zu allen Völkern durch die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Sollen wir das noch mehr lernen als bisher? Sollen wir jetzt und später dieses Hauptanliegen des Herrn besser verstehen und verwirklichen helfen? Ist das vielleicht die weise und weite Absicht Gottes, daß er Priester aus so vielen Völkern so eng und so lang zusammenführt und zusammenleben läßt? Mag sein. Mögen später, wenn der Friede die Kriegsgegensätze überbrückt hat, als Frucht der internationalen Priestergemeinschaft von Dachau , auch die Völker im Glauben und in der Liebe Christi noch mehr geeint werden durch uns, die una sancta catholica! Februar 1945
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DAS HOHELIED DER LIEBE
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Ja, die Liebe! Die Liebe Christi für die Brüder, das ist ,, das Größte"( vergl. 1. Kor. 13, 13). Und dieses Größte wird von vielen hier, im Reich des Hasses, geübt. Meist still und von der lauten Masse unbemerkt. Denken wir an das viele karitative Schenken von Lebensmitteln und Gaben aus Paketen an Arme und Ärmste im Lager, wobei unser Priesterblock ohne Zweifel führend ist. Das weiß jeder ehrliche Mann im Lager. Doch darüber wollen wir mehr schweigen als reden, damit die Linke nicht weiß, was die Rechte tut"( Matth . 6, 3). Manchmal jedoch wurde diese Liebe durch ihr stilles und stetiges Wirken so laut, daß auch die laute Masse sie verspürte und vor ihr verstummte. So in diesen letzten Wochen, da die Seuche am wildesten wütet.
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In dieser Zeit schlimmster Not und höchster Gefahr, als das Fleck fieber rasend um sich griff, als viele Pfleger und Ärzte starben, kam der Aufruf von der Lagerleitung: Freiwillige Helfer auf die verseuchten Blocks gesucht! Man wandte sich besonders an uns Priester. Zwanzig waren gesucht.
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