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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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Siebenundzwanzig haben sich gemeldet. Freiwillig! Was das bedeutete, wußte jeder. Das hieß mit höchster Wahrscheinlichkeit: Ansteckung und Tod. Es war ein heroischer Entschluß dieser heldenhaften Priestersama­riter. Es war der Entschluß und die Bereitschaft, ihr Leben im Dienste christlicher Nächstenliebe, im Dienst an den Ärmsten der Armen zu opfern. Der Herrgott hat uns und sie dafür sichtlich belohnt. Auf den beiden Prie­sterblocks starben verhältnismäßig wenige an der Seuche, obwohl wir zwi­schen zwei verseuchten Blocks lagen. Von den freiwilligen Pflegern wurden die meisten angesteckt, nur ein paar wenige wurden verschont. Von den Angesteckten starben etwa zehn, die andern aber haben den Typhus über­

standen.

Und was haben sie Segensvolles getan an den Armen an Leib und Seele! Einer dieser Priester erzählte mir in diesen Tagen nach seiner Wiederge­nesung: ,, Die Arbeit war ungeheuer. Kranke und Sterbende in Massen. Die Pflege war sehr schwer. Arzneimittel und genügend Nahrung gab es nicht. Und so bestand die Hilfe eigentlich nicht im Gesundmachen, sondern im Sterbenhelfen. Ich habe unzählige versehen. Das heilige Öl hatte ich immer in der Tasche. Nur einer hat die Sakramente verweigert. Viele sind auf dem Sterbebette zu ihrem Gott zurückgekehrt. Manche, die aus der Kirche ausgetreten waren, ließen sich sterbend wieder aufnehmen. Allen aber konnte man den Weg in eine gute Ewigkeit weisen Was bin ich froh um diese schweren und doch so gnadenreichen Wochen! Was bin ich glück­lich über diese Hilfe, die ich den Armen bieten konnte!"

Helden waren diese Armen in ihrer mannigfachen Not. Helden diese Priester­samariter im Häftlingskleid. Wer die größeren waren, die sterbenden Dulder oder die sich selbst opfernden Helfer, ist schwer zu sagen. Das weiß Gott . Aber das eine wissen wir: ,, Eine größere Liebe hat niemand als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde"( Joh. 15, 13). Der Herr hat es getan. Seine Jünger haben es immer getan im Laufe der Geschichte. Und auch bei uns ist diese Liebe Christi für die Was ihr einem Brüder bis zum eigenen Lebensopfer gegangen. ,, dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan"( Matth . 25, 40). Das wußten die Helden, diese Priester im verachteten Kleid des Gefangenen, diese Jünger Christi mit der Liebe zu Christus und damit auch mit der Liebe zu den Brüdern im Herzen.

Das ist der Beweggrund und die Basis zugleich, auf der heroische Ent­schlüsse im Dienst an den andern meistens nur möglich sind: wirksam werden durch die Tat und wertvoll bleiben in Gottes Augen. Und denen, die sie fassen und ausführen in Selbstverzicht und unter Lebensgefahr, ge­

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