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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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9. Oktober

Die Nacht war schlecht, denn der Magen bzw. Darm streikte wegen der zu guten Sonntagssuppe. Auch sonst gab's Störungen, unser Zellensenior be­kam einen schweren Asthmaanfall.... Stelle Dir dabei ein wasserloses Klosett vor!

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herzig

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gierige

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Hören

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12. Oktober

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Als mir vorhin bei Alarm im Keller Dein Brief vom 1. Oktober gegeben wurde, war ich froh über die gute Kunde. Und dann kamst Du selbst... Jetzt geleiten Dich meine Gedanken. Daß Du nur gut heimkommst und auch unser Haus noch antriffst, wie Du es verlieẞest! Spare Dir bitte nicht irgendwelche Dinge vom Munde ab für mich. Ich komme mit dem ausgezeichneten Brot, das wir bekommen, und mit den Suppen gut aus, durch meine Konstitution besser als viele andere. Aber leckere Plätzchen usw. erschweren das Einleben, und das ist nicht richtig. Ich habe Ja ge­sagt zu dieser Zeit, die ich nach Gottes Willen durchstehen muß. Ich habe Ja gesagt auch zu dem großen Opfer, diese schweren Wochen nicht in der Arbeit in der Gemeinde zubringen zu dürfen. Und dafür hat mir Gott einen tiefen Frieden geschenkt, der mich umfängt wie ein Mantel. Nun ist mir nur noch die Last geblieben, daß Du durch mein Fernsein viel schwe­rer gestraft bist als ich.

13. Oktober

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Dein Brief und Dein Besuch haben mir gezeigt, daß Du von oben gestärkt wirst mit Himmelskraft. Dieses Mal, wo Du schon zum siebten Male das, Haus hier betratest, war's ja der erste richtige Besuch, bei dem eine Aussprache möglich war, fast wie daheim. Es ist für uns gut, daß wir seit dem 10. Oktober bei Vollalarm in den Keller dürfen. Wir wären ja hier oben genau so in Gottes Hand, aber Du glaubst nicht, wie notvoll es ist, in einem so schalltragenden Hause wie diesem wohl an 50 eiserne Türen Menschen in Todesangst mit den Fäusten oder harten Gegenständen don­nern zu hören. Heute ist der Angriff schon eine Woche her, und noch immer krachen die restlichen Blindgänger. Als ich in dieser Nacht wach lag, klang manche schwere Erschütterung durch das zerstörte Fenster. Ich habe daheim in wachen Nachtstunden immer die Zeit als langsam empfun­den. Hier gehört es zu den Geschenken Gottes, daß solche Nächte gar­nichts mit ,, Zeit" zu tun haben, sondern ein Stück Ewigkeit sind: Fürbitte vor Gottes Thron und großer Friede füllen sie aus. Der Schritt der Wach­leute, das Husten der Mitgefangenen, der Pfiff einer Lokomotive sind die einzigen Töne der Zeit", die ab und zu hörbar werden. Und

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