und in grenzenlosem Verschwenden häuftest Du Deine Gnaden und Gaben. In einer schönen‘Heimat, in einem großen Volke durfte ich leben, als Mensch unter Menschen, als Kind guter Eltern— ich danke Dir, Gott der Güte, für den Jubel dieses Seins.
Ein Herz hast Du mir geschaffen, das sich erfreut an aller Schönheit und allem Glanz Deiner Schöpfung, dem Licht der Sonne und der Sterne, an der Erde Blumen, Bergen und frohen Auen— ich danke Dir, Gott der Güte! Du hast mir Menschen gegeben zur Liebe und damit die Fülle frohen und beglückenden Lebens: eine Frau, edel und stark, gute Kinder aus dem Bund der Herzen..: Herr unendlicher Liebe, wie könnte ich Dir danken? Aus dem Bade der Wiedergeburt hast Du uns alle zu Deines Reiches Kin- dern berufen, nährst uns mit dem Brot des ewigen Lebens und begnadest uns mit der Geheimniskraft Deiner heiligen Sakramente. — Gott ewiger Erbarmung, sieh meine Tränen!
Zum besonderen Dienst bei der Arbeit für Dein Reich hast Du mich be- rufen. So durfte ich oftmals Werkzeug sein, in Deinem Namen Gutes tun oder für Deinen Namen Zeugnis geben.— Dienend will ich Dir danken, Herr, lebenslang!
Dies alles und noch viel mehr hast Du für mich getan. Und nichts, gar nichts bist Du mir schuldig geblieben. Auch mein Versagen und manche Untreue haben Dich nicht abhalten können, Deine Begnadigungen wie eine verpflichtende Last auf mich zu legen. So ganz unverdient hast Du mich gerufen und an Dein Herz gezogen. Ich aber habe nichts, um Dir würdig zu danken. Nur meine leeren Hände kann ich Dir entgegenheben aus dem Abgrund meiner Armseligkeit. Verschmähe nicht meine Reue und meinen guten Willen, Herr!
Auch in den Prüfungen, die Du mir und den Meinen jetzt sandtest, sehe ich Boten Deiner Liebe, Deines Rats und Deiner väterlichen Führung. Siehe, wir wollen sie in Willigkeit annehmen und in vertrauendem Dank. Ich habe nicht den Mut, Dich zu bitten, Du mögest das Schwere, was Haft und Trennung auf unsere Schultern legen, von uns nehmen. Nein, gib nur "Kraft zum Tragen; laß es als geringe Sühne gelten und laß es fruchtbar werden durch seine Einung mit Deinem erlösenden Opfer am Kreuze! Ver- füge, Herr, verfüge ganz über uns nach Deinem Willen! Nur um dieses bitte ich Dich: laß es nie geschehen, daß sich dunkle Schatten zwischen uns und Deine Liebe stellen, daß Zweifel an Deiner Güte unsere Herzen je erbittern! Kindlich verehrend wollen- wir hinnehmen, was Du uns be- stimmst, Du hast uns ja bei unserem Namen gerufen und Du wirst alles wohl machen.— Stärke unseren Glauben!
Und mach unser Herz göttlich groß und weit! So grauenvoll ist das Welt- leid gewachsen in unseren Tagen. Wir erzittern alle unter dem Ungeheuren,
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