bare Weise still. Ich flüchtete mich innig zu Deiner Macht, und Friede und Zuversicht senkten sich immer tröstlicher in mich ein. In Deinen gütigen Händen geborgen, spürte ich meine Geschicke, und ich durfte erfahren, wie liebend und göttlich bergend Deine Hände sind. Wir erzittern ja allezeit im Leid, und Tränen sind unser Teil, solange wir atmen: doch Du hast Gewalt, beide zu stillen. So hast Du mich aufgerichtet Tag um Tag, hast mir Hoffnung und Freude stets erneuert und hast mich gütig wissen lassen, daß die Kraft Deiner Liebe auch den Meinen stärkend beistand; denn der Gedanke an die Trauer und Not der geliebten Menschen war mir die größte Qual, der bitterste Teil der Prüfung.
Herr, es gehört zu den unergründlichen Verborgenheiten Deines weisen Ratschlusses, wie Du Deine Kinder, die Du doch liebst, im Feuer mannig. fachen Leides läuterst. Ach, unsere Sünden sind ja offenbar, und so darf keines von uns nach dem Warum fragen, wenn einmal über uns kommt, was wehe tut. ,, Denn wir empfangen die gerechte Strafe für unsere Taten"( Luk. 23, 41), und wir sehen ein, daß Deine Gerechtigkeit Genugtuung fordern muß für all unsere Torheit und Bosheit. Doch wir vertrauen auch auf Deine Barmherzigkeit, die nicht den Tod des Sünders will, sondern unser reineres Leben. Ja, wir bauen fast verwegen auf das göttliche Übermaẞ Deiner Güte, die uns immer wieder von neuem Fall zu Gnaden aufnimmt, als wären wir Dir allezeit treu und gehorsam geblieben. So ist Deine unerschöpfliche, unbegreifliche Liebe Dein größtes Geheimnis und unser größtes Glück.
Du selber hast uns gesagt, wer Dir nachfolgen will, müsse das Kreuz liebhaben( Matth . 16, 24), und von Deinen Heiligen wissen wir, daß das Kennzeichen Deiner besonderen Liebe Leid ist und Schmerzen, mit denen Du begnadest. Ja, Schmerzen sind der wahre Weg zu Dir. Nicht als wärest Du ein Gott, der seine Geschöpfe quält, sondern weil Deine Großmut uns will teilnehmen lassen an dem Werk der Sühne für menschliche Sünde. Alles, was Qual ist und Trauer, Unordnung und Schmerz auf dieser Erde, der Welt ungeheuer abgründiges Leid samt Blut und Tränen, ist ja Menschenschuld und gegen Deinen Plan und Willen aus unserer Verkehrtheit gekommen. Weil wir das königliche Geschenk unserer Freiheit immer wieder mißbrauchen. So sind wir im Elend, und das Seufzen wird nicht aufhören bei aller Kreatur, bis Du einst wiederkommst, den neuen Himmel zu schaffen und die neue Erde und alle Tränen abzuwischen von unseren Augen, wie Du es verheißen hast( Offb. 21). Bis dahin laß uns Deinem Willen ergeben sein und Deiner Liebe. Und laß uns Dir danken ohne Unterlaẞ für Deine große Herrlichkeit, miteinstimmend in den himmlischen Lobpreis Deiner Engelwelt.
Auch meiner Armseligkeit Lob und Dank verschmähe nicht! Unaufhörlich
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