Von Menschen gehetzt und gejagt, wehrlos gemacht und verklagt, unerträglicher Lasten Träger,
sind wir doch die Verkläger.
Wir verklagen, die uns in Sünde stießen, die uns mitschuldig werden ließen,
die uns zu Zeugen des Unrechts machten,— um den Mitschuldigen zu verachten.
Unser Auge mußte Frevel erblicken, um uns in tiefe Schuld zu verstricken, dann verschlossen sie uns den Mund, wir wurden zum stummen Hund.
Wir lernten es, billig zu lügen, dem offnen Unrecht uns fügen. Geschah dem Wehrlosen Gewalt,
so blieb unser Auge kalt.
Und was uns im Herzen gebrannt, blieb verschwiegen und ungenannt. Wir dämpften das hitzige Blut‘ und zertraten die innere Glut.
Was Menschen einst heilig gebunden, das wurde zerfetzt und geschunden, verraten Freundschaft und Treue, verlacht waren Tränen und Reue.
Wir Söhne frommer Geschlechter,
einst des Rechts und der Wahrheit Verfechter, wurden Gottes- und Menschenverächter
unter der Hölle Gelächter.
Doch wenn uns jetzt Freiheit und Ehre geraubt, vor Menschen erheben wir stolz unser Haupt. Und bringt man uns in böses Geschrei,
vor Menschen sprechen wir selbst uns frei!
Ruhig und fest stehn wir Mann gegen Mann als die Verklagten klagen wir an.
Nur vor Dir, alles Wesens Ergründer, vor Dir sind wir Sünder.


