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Leidensscheu und arm an Taten
haben wir Dich vor den Menschen verraten. Wir sahen die Lüge ihr Haupt erheben
und haben der Wahrheit nicht Ehre gegeben.
Ruhig und fest stehn wir Mann gegen Mann, und fürchteten nur den eigenen Tod.
Wir treten vor Dich als Männer,
als unsrer Sünde Bekenner.
Herr, nach dieser Zeiten Gärung, schenk uns Zeiten der Bewährung!
Laß nach soviel Irregehn
uns des Tages Anbruch sehn!
Laẞ, soweit die Augen schauen, Deinem Wort uns Wege bauen. Bis Du auslöschst unsre Schuld, halt uns stille in Geduld.
Stille woll'n wir uns bereiten, bis Du rufst zu neuen Zeiten, bis Du stillest Sturm und Flut und Dein Wille Wunder tut.
Bruder, bis die Nacht entwich, bete für mich!
Erstes Morgenlicht schleicht durch mein Fenster
bleich und grau,
Leichter Wind fährt mir über die Stirn
sommerlich lau.
,, Sommertag!" sage ich nur ,,, schöner Sommertag!" Was er mir bringen mag?
Da hör' ich draußen hastig verhaltene Schritte gehn. In meiner Nähe bleiben sie plötzlich stehn.
Mir wird kalt und heiß,
ich weiß, o ich weiß!
Eine leise Stimme verliest etwas schneidend und kalt. Fasse dich, Bruder, bald hast du's vollbracht,
bald, bald!


