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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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5.

Wieder stand Er mitten unter uns und schaute uns an aus den Augen eines Kindes.

Iwan Krichorowitsch wird 15 Jahre gezählt haben, als die SS ihn aus seinem Heimatdorf am Dnjepr aushob und mit Gewalt den Händen der sich verzweifelt wehrenden Mutter entriẞ. Mit vielen älteren und jüngeren Kameraden wurde er nach dem Westen verfrachtet. Ohne Worte, aber bitter weinend, schaute die Mutter dem davondampfenden Zuge nach; an ihrer Schürze hingen die zwei kleineren Geschwister und schrieen laut in ihrer großen Angst. Weit trieb ihn ein unmenschlicher Befehl fort in ein unbe­kanntes Land zu Menschen, deren Sprache er nicht verstand und die, wie er annehmen mußte, kein Herz zu haben schienen. Als ein Trupp von ihnen im Lager bei uns ankam, regnete es heftig, und der Wind blies kalt aus den Bergen herüber. Lange mußten sie auf dem Appellplatz stehen. Da erbarmten sich einige wohlmeinende Häftlinge, die im warmen Kesselhaus arbeiteten, und sagten: ,, Kommt ihr ein wenig mit uns, da könnt ihr euch wärmen und die Kleider trocknen." Als sie aber die großen Kessel sahen mit den Feuerschlünden, schrieen sie in heller Angst und rannten wieder hinaus in den Regen, um ihr armes Leben noch eine Weile zu retten. Iwan hatte von seiner Mutter Gebete gelernt. Sie gingen jetzt mit ihm. Auch die meisten seiner Kameraden waren getauft. Sie erfuhren auch bald, ich weiß nicht woher, daß Priester im Lager waren. Nach diesen hielten sie Ausschau.

Es war einige Wochen später, an einem recht kalten Sonntagnachmittag, als Iwan mit einem seiner Kameraden auf der Auslinie des Fußballplatzes im Lager stand. Ganz schmal war sein Gesicht, vom Hunger zusammen. gedrückt. Seine hellblonden Haare waren auf einen Millimeter geschoren. Vom Nacken zur Stirne lief ein Kahlstreifen zur Kenntlichmachung als Russe. Das Blau seines durchfrorenen Gesichtes setzte sich in ihm fort. Trotzdem blieb er hier beharrlich stehen, denn in der Baracke war ein böser Stubenältester, da konnte man nicht sein. Wind und Regen sind nicht so grausam wie die Menschen. Es fiel mir auf, wie er und sein Kamerad nur unaufmerksam dem schönen Spiel zwischen Tschechen und Italienern vor uns folgten. Sie ließen ihre Augen die Zuschauerreihen entlang gehen und schätzten die Gesichter ab. Da flüsterte Iwan mir die Frage ins Ohr: ,, Du Batuschka?", d. h. bist du ein Priester? Ich sagte ,, Ja". Da sah er mich an, so fröhlich und lachend aus seinem jungen Elend heraus, und nickte seinem Kameraden zu. Es ging nicht lange, so streckte er seine eis. kalte Hand in die weite Tasche meines Mantels. Ich ergriff sie, um ihr ein wenig Wärme zu schaffen. ,, Komm mit zum Priesterblock, ich will dir

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