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Sieger in Fesseln : Christuszeugnisse aus Lagern und Gefängnissen / herausgegeben von Konrad Hofmann, Reinhold Schneider, Erik Wolf
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Wagens und deckten ein Rübenblatt darüber. Sie werden es nachher unter die Jacke bergen und in die Baracke nehmen. Was war das für eine Adora­tio crucis, die dann die sieben Kreuzträger mit blutendem Herzen hielten! Tief bewegt, aber ebenso dankbar waren wir dafür, daß uns der Herr in Knechtsgestalt besucht hatte.

Das Kreuz wurde später in unserer Kapelle zur Verehrung aufgestellt, jedoch nur wenige wußten um den schmachvollen Weg, den der Herr ge­nommen hatte, um uns seine Nähe anzuzeigen.

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Dann wieder stand Er am Ufer, winkte herüber, und erst viel später er­kannten wir, daß Er es war.

Wohl oder übel mußte die SS- Besoldungsstelle dazu übergehen, Priester an ihre Karteien zu rufen oder an die Schreibmaschinen zu setzen. Die Reichsführung besann sich lange genug; denn es handelte sich um sehr vertrauliche Dinge. Nun ja! ,, Heraus kommt von euch ja doch keiner mehr!" Dieser Spruch stammte von dort und schlug alle Bedenken nieder. Gegen hundert Priester mögen auf der Besoldungsstelle beschäftigt gewesen sein. Sie arbeiteten gerne dort, denn die Arbeit war annehmbar, es war trocken dort und einigermaßen warm. Der größere Teil der SS- Vorge­setzten war verträglich. Sie hatten auch allen Grund dazu, weil die Prie­ster gewissenhaft und zuverlässig arbeiteten.

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Mancher geheime Brief wurde da mit der ausgehenden Post herausge­schmuggelt und fand den Weg in die Heimat. Doch einmal wie das eben immer so ist, solange auf dieser Erde ,, Krüge zum Brunnen gehen" fielen zwei Priester damit herein. Zu allem standen in beiden Briefen noch Dinge, die den SS - Männern auf die Nerven gingen. Zur Strafe dafür wur. den alle Priester aus der Besoldungsstelle entfernt. Viele von ihnen mach­ten den beiden Briefschreibern wegen ihrer Unvorsichtigkeit, derentwegen so viele jetzt aus dem Kommando flogen, bittere Vorwürfe. Drei Wochen dar­auf, es war ein glasklarer Sommertag, sahen wir von unserer Plantage aus, wie bei einem Fliegerangriff sich ein Bomber aus seinem Verband löste und gegen das Lager herunterstieß. Und schon tanzten die Gläser unserer ,, Dynamisch- biologischen Versuchsabteilung" wild durcheinander, der Kapell­meister aus Göttingen rettete seinen Kopf unter die Tischplatte des Ge­wächshauses. Aber die Bomben saßen ein gutes Stück neben uns, nämlich als Volltreffer in der SS- Besoldungsstelle. Die Toten und Verwundeten dort wären alle oder doch zum größten Teil Priester gewesen, wenn jene zwei nicht ihre ,, Dummheit" gemacht hätten. So also war uns der Meister nahe, der am Ufer stand, ohne daß wir im Augenblick seiner achteten.

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