zur Aufteilung an seine Kameraden. Danach brachte ihn der Blockälteste Walter zur Schreibstube. Der Block­älteste wußte genau, was unserem Freund Wladimir be­vorstand. Beim Vergleich der Personalien mit der Liste der Schreibstube wurde festgestellt, daß er seine Häft­lingsnummer entfernt und sich eine andere Nummer an­genäht hatte. Dies nahm der Blockälteste zum Anlaß, ihn Kraft seines Amtes in Gegenwart der anderen zu ohr­feigen. Unser Wladimir hatte nur noch den Ausdruck ,, alter Teufel" für ihn übrig. Und dies alles noch durch ein Subjekt, das selbst die Häftlingsuniform trug. Er wurde in Arrest gebracht und eingesperrt. Hier sollte er seine Hinrichtung erwarten.

Aus den Berichten anderer Häftlinge wußte er, wie sich die letzten Minuten, vielleicht auch Stunden seines Lebens abspielen würden. Die Arresttür wird aufgehen. Der Arrestmeister wird ihn auffordern, die Hände auf den Rücken zu legen und herauszukommen. Dann wird man ihn ins Krematorium führen, ihm die Acht, die Hand­schellen umlegen und am Galgen hochziehen. Noch einige Schrecksekunden und alles wird vorbei sein!

Ja, so hat man das Ausscheiden seiner Person aus dem Leben vorgesehen. Und so sind schon Hunderte ins so­genannte Jenseits befördert worden.

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, Wenn alle so gestorben sind, ich, Wladimir Michaj­litsch Kovalenko, werde nicht so sterben. Werde mich nicht wie ein Stück Vieh auf die Schlachtbank bringen lassen, nein, ich werde kämpfen!"

Für diesen Augenblick hatte er sich ein Messer be­schafft, wobei es ihm gelungen war, dies trotz Durch­suchung mit in die Zelle zu schmuggeln. Jetzt holte er es hervor. Er muß mit jedem Augenblick rechnen. Er darf keine Zeit verlieren.

Der Gedanke, nicht so zu sterben wie all die anderen vor ihm, mit ganz geringen Ausnahmen, war für ihn noch die einzige Genugtuung. Ja, sterben mußte er trotz seiner

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