kommnis wurde von ihnen aufmerksam verfolgt, um ir­gendwelche Anhaltspunkte zur Beurteilung ihres Falles zu bekommen. Nach einigen Tagen wurde ein Pole ans Tor gerufen. Er war vom Lager Dora" geflüchtet und hatte zu seiner Umkleidung eine Hose und Jacke gestoh­len. Man hatte beobachtet, daß er zum Rapportführer ge­bracht worden war, nachdem verschwand jede weitere Spur von ihm, trotz aller Nachforschungen. Einige Tage danach erfuhren wir, daß er von der Gesamtstärke des Lagers gestrichen, d. h. aufgehängt worden und im Kre­matorium über den Rost gegangen war. War es das, was unseren Fünf bevorstand?

In einem Gespräch mit Kovalenko stellte ihm Toni, ein alter politischer Häftling, u. a. folgende Frage:

,, Sag' mal, bist du und deine Kameraden freiwillig nach Deutschland gekommen?"

,, Freiwillig, ich, wir, freiwillig, ha, du hast vielleicht eine Auffassung! Wer geht schon freiwillig nach Deutsch­ land ?"

Sein Gesicht verzog sich zu einer Grimasse, die Hohn, Spott, Ironie und einen tiefen Abscheu zum Ausdruck brachte.

,, Ja, wenn ihr nicht freiwillig nach Deutschland ge­kommen seid, dann wart ihr euch wohl im klaren, was Faschismus heißt und wie die Verhältnisse in Deutsch­ land liegen?"

,, Und ob wir im klaren waren. Wir wußten über alles Bescheid, wir haben zur Genüge in Filmen gesehen, was in einem faschistischen Deutschland los ist! Wir sind ohne Illusionen nach Deutschland gebracht worden. Wir haben voller Abscheu deutschen faschistischen Boden betreten. Wir mußten und haben damit gerechnet, daß wir nie wie­der unsere geliebte Heimaterde, die Sowjetunion , be­treten noch sehen werden."

,, Ja, und was denkst du über deinen Fall?"

,, Nun, das Verschwinden des Polen sagt mir, was ich zu denken habe."

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