war ein Sadist im wahrsten Sinne. Trotzdem sich die Glieder der Häftlinge voll Wasser füllten, Blasen größten Ausmaßes bildeten, prügelte er sinnlos auf sie weiter ein und schlug sie buchstäblich tot.
Hier lernte er den am 8. 8. 1924 in Kowalowka( Woroschilowgrader Gebiet) geborenen Nikolei, Feodosowitsch Kalinowski kennen. Auch er hatte noch mitten im Studium gestanden. Noch keine 20 Jahre alt, lernte er Deutschland von der finstersten Seite kennen. Er hatte ähnliches wie sein jetziger Freund erlebt.
Und jetzt standen sie wieder in einer Lage, in der es nur die Wahl gab: langsam aber sicher umzukommen oder alles auf eine Karte zu setzen und noch einmal zu fliehen!
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Außer ihnen hatten noch 3 andere Russen den Plan zu fliehen. Die Gelegenheit und Stunde kamen, um den Plan zur Tat werden zu lassen.- Am 19. Mai 1944 wurden sie aus dem Arrest von Buchenwald mit dem Fluchtpunkt ( bes. Markierung) ins Lager entlassen. Also auch diesmal war es ihnen nicht gelungen, sich längere Zeit in der sogenannten Freiheit zu halten. Deutschland ist zu klein und zu dicht besiedelt; ohne eine direkte Verbindung mit der Außenwelt muß die Flucht in den meisten Fällen mit einem Fiasko enden. Hier fehlen die unübersichtlichen Wälder und dünnbesiedelten Gebiete Rußlands . Dazu kommt noch, daß jeder Knabe, jedes Kind zur ,, Pflicht" gemahnt worden ist, alle ihnen verdächtig erscheinenden Personen zur Ausweisung aufzufordern. Kann der Betreffende dieser Aufforderung nicht nachkommen, wird er sofort der nächsten Polizeibehörde gemeldet. Darauf setzt die Hetzjagd ein, bis das Opfer gestellt ist. Und so war es auch unseren Fünf ergangen.
Nachdem sie sich nun wieder im Lager befanden, stand für sie nur die Frage: werden wir als Bestrafung für die Flucht mit 25 Stockschlägen davonkommen oder wird noch mehr daraus entstehen?
Jeder Aufruf durch das Mikrophon, jedes kleine Vor
6 Barthel, Ohne Erbarmen
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